Nach dem Schock-Sturz in Crans-Montana zeigt sich US-Star Lindsey Vonn in Cortina d'Ampezzo kämpferisch. Ihr Trainer Aksel Lund Svindal sieht die 41-Jährige trotz Kreuzbandriss bereit für Olympia.
Die US-Skirennläuferin absolvierte am Freitag in Cortina d'Ampezzo das erste Abfahrtstraining nach ihrem schweren Sturz vor nur einer Woche. Lindsey Vonn landete dabei auf dem elften Platz und gab ihrem Knie den ersten echten Belastungstest. Ihr norwegischer Coach Aksel Lund Svindal beobachtete die Fahrt genau und zeigte sich in der Mixed Zone sichtlich erleichtert über den Zustand der 41-jährigen Athletin.
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Keine Angst am Limit
Für Svindal sah die Fahrt der US-Amerikanerin extrem stabil aus, was er mit einem besonderen Fokus auf die Bewegungsabläufe kommentierte. Es habe links und rechts symmetrisch ausgeschaut, berichtete der Trainer den Medienvertretern nach dem Training. Vonn selbst habe im Ziel betont, dass sie nie Angst um ihr lädiertes Knie gehabt habe, obwohl sie am Dienstag den Riss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie öffentlich gemacht hatte.
Planmäßige Rückkehr im Weltcup
Obwohl die Athletin mit ihrer Leistung im unteren Teil wegen einiger Fehler nicht ganz zufrieden war, hielt Svindal am Plan fest. Die Abfahrt verlief vielversprechend, da Vonn die Strecke durch ihre zwölf Siege in Cortina bestens kennt. Unter dem Rennanzug trägt die US-Amerikanerin eine spezielle Orthese, die für die nötige Stabilität sorgen soll. Der Plan mit den Physiotherapeuten wird laut Svindal brutal gut umgesetzt, wobei die Schmerzen geringer als befürchtet ausfielen.
Vergleich mit früheren Verletzungen
Der Trainer zog Parallelen zu seiner eigenen Karriere und erinnerte an seinen Sturz in Kitzbühel 2016, als ein Start unmöglich war. Bei Vonn seien Meniskus und Knorpel im Vergleich zu seiner damaligen Verletzung jedoch intakt. Svindal verwies zudem auf Kjetil Jansrud, der 2013 in Schladming trotz Kreuzbandriss fast normal gehen konnte. Lindsey Vonn ist fest entschlossen, am Sonntag mit einer Knie-Bandage an den Start zu gehen und ihren Traum von einer weiteren Olympiamedaille zu verwirklichen.