Medaillen-Jagd

Abfahrts-Krimi: ÖSV-Frauen fordern Vonn & Goggia im Gold-Duell

Seit 16 Jahren warten Österreichs Ski-Damen auf eine Olympia-Medaille in der Abfahrt. In Cortina d'Ampezzo wollen Cornelia Hütter und Nina Ortlieb am Sonntag die rot-weiß-rote Durststrecke beenden.

Das rot-weiß-rote Quartett mit Cornelia Hütter, Mirjam Puchner, Nina Ortlieb und Ariane Rädler brennt am Sonntag (11:30/live ORF 1 & Sport24-Liveticker) darauf, die historische Leere am Podest zu füllen. Seit Elisabeth Görgl 2010 in Whistler Bronze holte, gab es für den ÖSV in der Königsdisziplin bei Winterspielen nichts mehr zu jubeln. In Cortina d'Ampezzo wartet nun eine anspruchsvolle Tofana-Strecke, die mit mehr Wellen und weiteren Sprüngen als im Weltcup präpariert wurde.

Hütters Jagd auf das erste Podium

Für Cornelia Hütter ist das Rennen eine persönliche Mission, da sie in der Cortina-Abfahrt noch nie auf dem Stockerl stand. Die 33-jährige Steirerin, die in diesem Winter bereits in Val d'Isere triumphieren konnte, hat nach eigenen Angaben noch eine Rechnung offen. Bisher reichte es für die Mitfavoritin in Cortina lediglich für zwei sechste Plätze, bei den letzten Spielen in Peking landete sie auf Rang sieben. Trotz der überraschenden Wellen auf der Piste fühlt sich Hütter bereit für den Kampf gegen die starke Konkurrenz aus Italien und Deutschland.

Ortliebs emotionales Comeback-Ziel

Besonders im Fokus steht Nina Ortlieb, deren Start nach einer langen Leidensgeschichte an eine Sensation grenzt. Die Vorarlbergerin kämpfte sich nach einem Unterschenkelbruch im Jänner 2025 zurück, nachdem sie zuvor bereits schwere Verletzungen wie einen Schien- und Wadenbeinbruch weggesteckt hatte. Für die 29-Jährige war Olympia das erklärte Ziel auf dem Weg zurück, auch wenn ihr nach der kurzen Vorbereitung noch einige Kilometer fehlen. Sie lobt die hervorragende Piste und sieht die weiten Sprünge als spannendes Element für die Zuschauer.

Puchner vertraut auf ihre Nervenstärke

  • Mirjam Puchner setzt auf ihre Erfahrung als Silbermedaillengewinnerin von 2022
  • Ariane Rädler versucht den mentalen Druck klein zu halten und wie im Weltcup zu fahren
  • Letzte Goldmedaille in der Abfahrt holte Michaela Dorfmeister vor 20 Jahren

Die Salzburgerin Puchner weiß genau, dass sie bei Großereignissen abliefern kann und will volles Risiko gehen, da ein vierter Platz bei Olympia nichts nütze. Rädler hingegen arbeitet mental daran, sich nicht auf die Medaillenränge zu versteifen, um ihre beste Leistung abzurufen. Während das ÖSV-Team angreift, blickt die Ski-Welt auch gespannt auf das Comeback von Lindsey Vonn, die trotz Kreuzbandriss erstmals seit 2018 wieder bei Olympia startet.

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