Die letzte Opernpremiere in Salzburg dominierte die Römerin Cecilia Bartoli.
Cecilia Bartoli als Cleopatra muss man erlebt haben: Als ägyptische Königin in Händels Giulio Cesare in Egitto ist sie unwiderstehlich. Sie dosiert ihre wundersamen Würzmittel, das Hauchen und Fauchen, zurückhaltend. Wenn sie das Feuerwerk ihrer pfeilschnellen Koloraturen zündet, dankt ihr das Publikum mit Bravo-Geschrei.
Drei tolle Countertenöre stehen ihr zur Seite: Andreas Scholl singt den witzigen Welteroberer und Liebhaber Caesar mit lyrischem, technisch perfektem Altus. Philippe Jaroussky stattet den knabenhaften Sesto mit seiner strahlenden So-
pranstimme als Himmelsbewohner aus, dessen Spitzentöne zu den Sternen fliegen. Christophe Dumaux besticht in der Rolle des Wüstlings Tolomeo, der in den Playboy onaniert und sich die Gedärme seiner Feinde umhängt, mit dramatischem Sopran.
Giovanni Antonini dirigiert mit perfekter Schlagtechnik, tänzerischer Noblesse und leidenschaftlichem Furor. Moshe Leiser und Patrice Caurier inszenierten ein comicstripartiges, kriegsversehrtes Ägypten der Gegenwart mit bunten Bomben, Plastikkrokodilen und tanzenden Soldaten. Das ist teils lustig, teils zu klamaukhaft. Jubel für Sänger und Antonini, Buhs für die Regisseure.
Die Kultur-Highlights des Jahres 2012
Kunsthalle Wien 2013/14: Von Thomas Bernhard bis Constantin BrancusiVon Thomas Bernhard bis Constantin Brancusi reichen die Pläne, die der neue Leiter der Kunsthalle Wien, Nicolaus Schafhausen am 10. Jänner bekannt gegeben hat. Ein reduziertes, eher divers wirkendes Programm, das mit dem in den Presseunterlagen formulierten "prägnanten Profil" ("Thematische Gruppenausstellungen, Einzelpräsentationen internationaler KünstlerInnen, Retrospektiven bekannter VertreterInnen der Gegenwartskunst sowie Ausstellungen bislang noch weniger bekannter KünstlerInnen") noch nicht viel zu tun hat. In-Künstler findet man im Gegensatz zu früher nicht. Schafhausen: "Es geht selbstverständlich nicht um die Replizierung von Trends, sondern um die Kenntnis der Diskurslage."
© Stephan Wyckoff
Schnörkellos-leichter "Figaro" im neuen Festspielhaus ErlBot der Eröffnungsfestakt am 26. Dezember noch eine wilde Mischung aus Donizetti und Bartok, so hatte das neue Festspielhaus in Erl seine wahre Feuertaufe mit Mozarts "Le Nozze di Figaro" zu bestehen. Gustav Kuhn startete das Opernprogramm der ersten Winterfestspiele im kleinen Tiroler Dorf in seiner bewährten Doppelfunktion als Regisseur und Dirigent mit einer schnörkellosen Da Ponte-Produktion. Dabei strich der Maestro die Stärken dieses architektonischen und vor allem akustisch gelungenen neuen Festspielhauses heraus. Allgemeine Jubelsalven für Kuhn und seine vorwiegend jungen Sänger nach einem langen Mozart-Abend.
© tirolerfestspiele.at
Staatsoper: Salzburger "Ariadne auf Naxos" als Wiener Erfolg Kommt der Prophet nicht zum Berg, kommt der Berg zum Propheten: Nach der dissensbedingten Absage von Dirigent Franz Welser-Möst, der 2013 bei den Salzburger Festspielen mit Sven-Eric Bechtolf die "Cosi fan tutte" hätte inszenieren sollen, feierte am Mittwochabend (19. Dezember) die "Ariadne auf Naxos" der heurigen Festspiele in der Wiener Staatsoper ihre umjubelte Premiere - mit Welser-Möst am Pult und Sven-Eric Bechtolf als Regisseur. Vornehmlich auf sängerischer Ebene bot der begeistert aufgenommene Abend einige echte Entdeckungen.
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