Streit um Festspiele-Budget eskaliert – heute ist Showdown.
Nach nur neun Monaten im Amt könnte Festspiele-Intendant Alexander Pereira (65) die Mozartstadt bereits wieder verlassen. Er möchte ab 2015 an der Mailänder Scala tätig sein, erklärte der international gefragte Kulturmanager gegenüber Vertretern des Festspiele-Kuratoriums.
Hintergrund ist ein beinharter Streit ums Geld, der seit Beginn zwischen dem als Heißsporn bekannten Pereira und dem politisch besetzten Kuratorium tobt.
Vorsicht
Pereira will das künstlerische Angebot der Festspiele massiv ausbauen – vor allem im laufenden Wagner- und Verdi-Jahr. Dazu braucht er aber viel Geld: 65 Millionen Euro hat er für heuer budgetiert. 2011 betrug das Budget nur 50 Millionen.
Jedenfalls ist das Kuratorium nicht gewillt, den Expansionskurs mitzutragen: „Das ist keine Bosheit, sondern reine Vorsicht“, sagt Salzburgs Bürgermeister und Kuratoriums-Mitglied Heinz Schaden (SPÖ) zu
ÖSTERREICH.
Tempo
Er gilt als schärfster Kritiker der Budgetpläne, weil er fürchtet, die Festspiele könnten das Tempo nicht halten und müssten dann wieder abspecken. Schaden weiß drei weitere der insgesamt fünf stimmberechtigten Kuratoren hinter sich.
Die Kultur-Highlights des Jahres 2012
Kunsthalle Wien 2013/14: Von Thomas Bernhard bis Constantin BrancusiVon Thomas Bernhard bis Constantin Brancusi reichen die Pläne, die der neue Leiter der Kunsthalle Wien, Nicolaus Schafhausen am 10. Jänner bekannt gegeben hat. Ein reduziertes, eher divers wirkendes Programm, das mit dem in den Presseunterlagen formulierten "prägnanten Profil" ("Thematische Gruppenausstellungen, Einzelpräsentationen internationaler KünstlerInnen, Retrospektiven bekannter VertreterInnen der Gegenwartskunst sowie Ausstellungen bislang noch weniger bekannter KünstlerInnen") noch nicht viel zu tun hat. In-Künstler findet man im Gegensatz zu früher nicht. Schafhausen: "Es geht selbstverständlich nicht um die Replizierung von Trends, sondern um die Kenntnis der Diskurslage."
© Stephan Wyckoff
Schnörkellos-leichter "Figaro" im neuen Festspielhaus ErlBot der Eröffnungsfestakt am 26. Dezember noch eine wilde Mischung aus Donizetti und Bartok, so hatte das neue Festspielhaus in Erl seine wahre Feuertaufe mit Mozarts "Le Nozze di Figaro" zu bestehen. Gustav Kuhn startete das Opernprogramm der ersten Winterfestspiele im kleinen Tiroler Dorf in seiner bewährten Doppelfunktion als Regisseur und Dirigent mit einer schnörkellosen Da Ponte-Produktion. Dabei strich der Maestro die Stärken dieses architektonischen und vor allem akustisch gelungenen neuen Festspielhauses heraus. Allgemeine Jubelsalven für Kuhn und seine vorwiegend jungen Sänger nach einem langen Mozart-Abend.
© tirolerfestspiele.at
Staatsoper: Salzburger "Ariadne auf Naxos" als Wiener Erfolg Kommt der Prophet nicht zum Berg, kommt der Berg zum Propheten: Nach der dissensbedingten Absage von Dirigent Franz Welser-Möst, der 2013 bei den Salzburger Festspielen mit Sven-Eric Bechtolf die "Cosi fan tutte" hätte inszenieren sollen, feierte am Mittwochabend (19. Dezember) die "Ariadne auf Naxos" der heurigen Festspiele in der Wiener Staatsoper ihre umjubelte Premiere - mit Welser-Möst am Pult und Sven-Eric Bechtolf als Regisseur. Vornehmlich auf sängerischer Ebene bot der begeistert aufgenommene Abend einige echte Entdeckungen.
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