"Ein Fall für zwei"

Matula hängt Lederjacke an den Nagel

Nach 300 ZDF-Krimi-Fällen ist nun Schluss und Claus Theo Gärtner reif für Neues.

Mehr als drei Jahrzehnte war Claus Theo Gärtner der Privatdetektiv Matula. Nach 300 Folgen fällt nun die letzte Klappe für die ZDF-Krimiserie "Ein Fall für zwei". Das ZDF stellt die Serie ein, denn die beiden Hauptdarsteller Claus Theo Gärtner und Paul Frielinghaus steigen aus.

Letzte Klappe für Matula 
"Achtung Aufnahme!", "Ton läuft!" - die typischen Rufe eines Filmdrehs hallen über die Industriebrache. Zwei Männer gehen mit suchendem Blick über den bröckelnden Betonboden. Ein smarter Junger im Anzug, der nicht recht in die Ödnis passt, und ein kleiner, altersloser Typ - blond, braungebrannt, Polohemd, Jeans und schwarze Lederjacke.

Fernsehgeschichte geht zu Ende

Nichts deutet darauf hin, dass hier am Stadtrand von Wiesbaden ein Stück deutscher Fernsehgeschichte geschrieben wird: Claus Theo Gärtner (69), der Kleine in der Lederjacke, spielt zum letzten Mal den Privatdetektiv Josef Matula in der ZDF-Krimiserie "Ein Fall für zwei". Im Frühjahr 2013 soll die 300. Folge "Letzte Worte" ausgestrahlt werden - dann geht eine Ära zu Ende. Eine Fortsetzung der Serie ohne ihren Hauptdarsteller ist für den Sender undenkbar. Einses steht für Claus Theo Gärtner aber fest, mit dem Ende der ZFD-Serie fängt ein neuer Lebensabschnitt für ihn an. Und über diese Neuerung in seinem Leben hat er mit der APA gesprochen.

Claus Theo Gärtner und sein neues Leben

APA: Sie haben länger als 30 Jahre den Detektiv Matula gespielt. Wieweit sind Sie mit dieser Rolle verwachsen?
Gärtner: "Alles was der Matula hat, hat er von mir. Von wem soll er es sonst haben? Aber wenn ich abends die Lederjacke ausziehe, dann habe ich auch den Matula ausgezogen."

APA: Hat sich über die Jahre am Konzept von "Ein Fall für zwei" geändert?
Gärtner: "Das ursprüngliche Konzept der Autoren war so: Ein junger, smarter Anwalt und ein älterer Detektiv. Das wollte aber das ZDF nicht. Die Programmdirektion hat entschieden: Ein junger Detektiv und ein älterer Anwalt. Als wir anfingen, war Günther Strack 54 Jahre alt, ich 38. Jetzt spiele ich mit Paul Frielinghaus, und das Konzept der Autoren ist aufgegangen: Der ältere Detektiv und der jüngere Anwalt."

APA: Sie haben selbst ihren Rückzug aus der Serie erklärt. Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?
Gärtner: "Ich höre auf, weil ich etwas Neues mache. Das erste ist, dass ich eine Reise mache ein Jahr lang auf der Transamericana von Argentinien und Chile über Mittelamerika bis nach Alaska. Ich habe ein 12,5-Tonner-Expeditionsmobil mit Allradantrieb. Und wenn ich dann wiederkomme, dann werde ich Theater spielen und Filme machen. Ich habe sechs Theaterstücke auf dem Tisch liegen. Das Theater lockt."

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