Opernball 2011 ORF Moderatoren

Opernball

Ruby: ORF-Stars pfiffen auf Verbot

Rebellisch. ORF-Stars boykottierten Wolfgang Lorenz.

Der Opernball dürfe "nicht zum Nuttenball umfunktioniert werden", wetterte letzte Woche ORF-Programmdirektor Wolfgang Lorenz in einem pikanten Mitarbeiter-E-Mail. Die Weisung, den Auftritt von Richard Lugners Skandalgast Ruby Rubacuori zu boykottieren, schlug jedoch fehl.

Diashow: Opernball 2011: Die Eröffnung Garanca

Opernball 2011: Die Eröffnung Garanca

×

    "Wir haben keinen Maulkorb bekommen. Wenn ich Ruby erwische, werde ich sie interviewen", stellte ORF-Star-Moderator Alfons Haider vor der Live-Übertragung nüchtern fest. Und tatsächlich pfiff der ORF auf das Verbot des Programmdirektors. Von Ö3 bis Dominic Heinzls Chili (Interview mit Ruby) bis hin zur ZiB 2 – Lugners Gast kam auch im ORF vor. Kati Bellowitsch startete die Übertragung mit den Worten: "Ruby ist bereits hier!" Auch Christoph Wagner-Trenkwitz und Kari Hohenlohe kommentierten humorvoll den Auftritt der Bunga- Bunga-Beauty.

    Bunga-Bunga live
    So viele Österreicher wie lange nicht verfolgten gestern nicht nur das grandiose Opernball-Debüt von TV-Star Mirjam Weichselbraun (ein Bodyguard bahnte ihr den Weg frei) und EAV-Frontmann Klaus Eberhartinger – auch den Auftritt von Richard Lugner und seinem umstrittenen Gast, Berlusconi-Callgirl Ruby Rubacuori, konnte das TV-Publikum live miterleben. Auch Ballchefin Desirée Treichl-Stürgkh, die von Opernball-Profi Alfons Haider interviewt wurde, zeigte sich versöhnlich, begrüßte Lugner auf der Feststiege.

    Kultur-Instanz Barbara Rett kümmerte die Ruby-Debatte wenig: sie interviewte die Künstler, u. a. Elīna Garanča und Maestro Franz Welser-Möst.

    ORF-General
    Alexander Wrabetz und Gattin Petra genossen das Spektakel. Ein gelungener ORF-Abend – und eine Schlappe für Programmdirektor Wolfgang Lorenz.
     

    Haider: "Ruby am Ball tut keinem weh"

    ORF-Star Alfons Haider über 15 Jahre Opernball und "Mörtel" Lugners Gast.

    ÖSTERREICH: Sie haben gestern Abend Jubiläum am Opernball gefeiert.
    Alfons Haider: Der Opernball ist das TV-Ereignis des Jahres, und ich bin auch nach 15 Jahren noch mit voller Begeisterung dabei. Dass ich mit Mirjam Weichselbraun zusammen moderieren durfte, war für mich das größte Geschenk.

    ÖSTERREICH: Im Vorfeld sorgte Richard Lugners Gast Ruby für viel Aufregung. Ihre Meinung?
    Haider: Es ist natürlich schade, dass durch diesen PR-Gag viel anderes in den Hintergrund gedrängt wurde, etwa, dass am Ball das beste Orchester der Welt gespielt hat. Aber der Opernball ist nicht Richard Lugner. Das Highlight ist die Eröffnung, das sieht man jedes Jahr an den Quoten.

    ÖSTERREICH: Dennoch: Ist Ruby ein würdiger Opernballgast?
    Haider: Ich habe sie vorher nicht kennengelernt. Und wir haben auch keinen Maulkorb bekommen. Ruby am Opernball tut keinem weh. Aber natürlich fragt man sich: Wie erklärt man jetzt einem Kind, warum diese Frau berühmt ist?

    ÖSTERREICH: Wie haben Sie den ersten Ball ohne Ioan Holender erlebt?
    Haider: Ich habe ja nur einmal im Jahr mit ihm zu tun gehabt, aber ich weiß, dass seine Mitarbeiter aufgeatmet haben. Es war ein völlig entspanntes Arbeiten. Niemand hat sich inszeniert, niemand hat geschrien – ein neues Ballgefühl.
     

    Eberhartinger: "Der Ball ist nicht meine Welt!"

    Der EAV-Star debütierte als Red-Carpet-Moderator.

    ÖSTERREICH: Was hat Sie am Opernball gereizt?
    Klaus Eberhartinger: Privat wäre ich niemals hingegangen, aber so hatte ich wenigstens eine Aufgabe. Sonst ist das nicht meine Welt, aber ich hoffe, ich konnte gerade deshalb Akzente setzen.

    ÖSTERREICH: Was war ­Ihre größte Angst?
    Eberhartinger: Ich bin ganz schlecht im Erkennen von Leuten – aber zum Glück hatte ich Kati Bellowitsch an meiner Seite!