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Der große Mord-Report

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Das Gefühl täuscht nicht. In Österreich geschehen immer mehr Morde. Die Details. 

Blutige Bilanz. Trauriger Rekord: In Österreich erleben wir einen deutlichen Anstieg an Morden. Alleine heuer gab es in den ersten acht Tagen des Jänners vier Morde. Alle Opfer waren Frauen. Es vergeht kaum eine Woche mit weniger als einem Mordalarm – das belegen die amtlichen Statistiken (siehe auch Tabelle).

Der große Mord-Report
© oe24

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2014 gab es nicht einmal halb so viele Mordfälle

  • 78 Opfer im Vorjahr. 2018 gab es besonders viele Tötungsfälle. 78 Mordopfer zählt das Bundeskriminalamt. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 gab es mit 38 Toten nicht einmal halb so viele Morde. Seitdem steigt die Zahl stark an.
  • Rekord. Insgesamt gab es in der letzten Dekade nicht ein Jahr mit mehr Morden als im Vorjahr. 2012 liegt mit 70 ­Toten auf Platz 2.
  • Mehr weibliche Opfer. Sehr auffällig: Immer mehr Opfer sind Frauen. Heuer sind es bis jetzt 100 Prozent. Im Vorjahr waren es knapp 60 Prozent.
  • "Frauen weniger abhängig“. Analyse von Psychiaterin Sigrun Roßmanith: „Frauen haben gelernt, ihre Wünsche zu artikulieren, sind nicht mehr in solcher Abhängigkeit von Männern, sie trennen sich. Für viele Männer ist das eine tiefe Kränkung. Für sie sind Frauen noch immer Besitz.“
  • Inländer, Serben, Kosovaren. Im Vorjahr verübten 47 Inländer und 37 Ausländer die Morde. Laut Polizeiaufzeichnungen mordeten Serben und Kosovaren jeweils sieben Mal.
  • Heuer Hälfte Ausländer. Heuer waren die Hälfte der Täter Ausländer: ein Spanier und ein Syrer.
  • Familienkreis. Eine Detailauswertung der Polizeidaten zeigt: 57 % der Tötungen geschehen innerhalb der Familie. Die meisten werden sogar von Familienmitgliedern begangen, die im selben Haus wohnen – also meistens der Ehepartner.
  • Wohnung als Tatort. Das erklärt auch die Statistik der Tatorte. 60 % der Täter töten innerhalb der eigenen Wohnung oder Haus. 17 % geschehen auf offener Straße.
  • Keine Beziehung. Aber: 16 % der Opfer hatten überhaupt keine Beziehung/Verbindung zum Täter.

 

Politik plant Maßnahmen gegen Gewalt an Frauen

Anstieg. Auch abseits der Mordfälle wächst die Zahl an Gewalttaten gegen Frauen rapide an: 

  • Vergewaltigung. Laut Details aus dem Jahr 2017 (aktuellere Zahlen gibt es noch nicht) wurden 821 Vergewaltigungen angezeigt, davon waren in 778 Fällen Frauen das Opfer.
  • Geschlechtliche Nötigung. Hier gab es 286 Anzeigen. 70 % der Fälle geschahen in einer Partnerschaft oder im Bekanntenkreis.
  • Sexuelle Belästigung. 2.040 Fälle insgesamt, 1.842 Opfer waren Frauen.
  • Stalking. 1.673 Anzeigen von Frauen.

Die Zahlen sind alarmierend, die Regierung hat diese Woche ein Maßnahmenpaket vorgestellt: So soll etwa das ­Betretungsverbot mit einer 50-Meter-Bannmeile vereinfacht werden. Außerdem kommen eine neue Notrufnummer und ein flächendeckender Ausbau der Beratungsstellen in jedem Bundesland. Geplant sind zudem höhere Strafen.

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