Schwerst verletzt

Explosion im Gemeindebau: Mieter (65) im Koma

Nach Explosion Montagnachmittag in Floridsdorf ermittelt die Polizei wegen des Verdachts der fahrlässigen Gemeingefährdung - gegen jenen Mieter, in dessen Wohnung es zu der "Verpuffung" gekommen war. Und der mit schweren Brandverletzungen im AKH um sein Leben kämpft.

Wien. Passiert ist das Explosions-Drama in einem Gemeindebau in der Werndlgasse. Ein benachbartes Ehepaar - Monika und Arthur - beschreibt, wie sie die Minuten, als Geschehnisse losbrachen, unmittelbar erlebten: "Wir gingen grad zu unserem Hund, der beim Fenster lag, um mit ihm hinunter zu gehen, als es plötzlich direkt gegenüber in einer Wohnung Wumm machte. Wir haben gesehen, wie die Fensterrahmen von drüber bis zu uns herüber geschossen ist, überall flogen Glassplitter, es war laut, Rauch stieg auf, wir haben sofort die Polizei und die Feuerwehr gerufen."

Explosion in Gemeindebau
© Viyana Manset Haber

Explosion in Gemeindebau
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Gemeindebau
© Viyana Manset Haber

Gemeindebau
© Viyana Manset Haber

Not-Operation, dann künstlicher Tiefschlaf 

Was genau zu der Detonation geführt hat, wird von den Brandermittlern noch erhoben - wobei Manipulationen an der Therme oder mit Kriegs- bzw. Böllermaterialien ausgeschlossen werden. Abschiedsbrief wurde in der Wohnung des 65-jährigen alleinstehenden Mieters keiner gefunden, dennoch kann eine Verzweiflungstat nicht ausgeschlossen werden. Der 65-Jährige erlitt oe24-Infos zufolge bei der Explosion großflächige Verbrennungen des dritten Grades und wurde auf die Intensivstation für Schwerbrandverletzungen im AKH gebracht. Nach einer Not-Operation wurde der Mann mindestens für eine Woche ins künstliche Spitals-Koma versetzt - daher kann er bis auf Weiteres auch nicht befragt werden.

Polizeisprecherin Anna Gutt: "Die Brandgruppe des Landeskriminalamts Wien hat die Ermittlungen auf Grund des Verdachts der fahrlässigen Gemeingefährdung übernommen.
Der bei dem Vorfall schwer verletzte Wohnungsmieter ist derzeit aufgrund seines gesundheitlichen Zustandes noch nicht vernehmungsfähig."
  

Explosion in Gemeindebau
© Viyana Manset Haber

gemeindebau
© oe24

Die Feuerwehr hatte die restlichen Bewohner der betroffenen Stiege in der Werndlgasse ins Freie gebracht. Laut der Berufsrettung wurden rund 20 Personen von der Sondereinsatzgruppe betreut. Bis auf die Mieter der beiden beschädigten Wohnungen konnten inzwischen alle in das Haus zurückkehren, wie Feuerwehrsprecher Lukas Schauer erklärte.

Die Aufräumarbeiten waren bis in die Abendstunden im Gange. "Beschädigte Fensterscheiben und Türen wurden verschlossen", sagte Schauer. Er sprach auch von durchgeführten Pölzmaßnahmen, da einige Türen und Wände in dem Haus eingedrückt worden seien.

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