Blutige Steiermark

Femizid an zweifacher Mutter: Buben nun Vollwaisen

Wegen der bevorstehenden Scheidung - im Grunde aber aus egoistischer Wut, Besitzdenken und brutaler Gewalt - erschoss ein Steirer (36) seine Frau und die Mutter der beiden gemeinsamen Kinder. Und erschoss sich hernach selbst. Die Bluttat dürfte eiskalt geplant gewesen sein. 

Stmk. Die Ermittlungen der Polizei nach einer Bluttat in der steirischen Gemeinde Heimschuh im südsteirischen Schilcherland westlich von Leibnitz und nur 30 Kilometer von St. Peter am Otterbach entfernt, wo vor wenigen Tagen ein 17-jähriger einheimischer Metzgerlehrling einen 84-Jährigen im Schlaf aufgeschlitzt und ermordet hat, arbeiten die Ermittler weiter an der Auswertung der Tatortspuren. Neue Erkenntnisse zu dem Fall, bei dem nach vorläufigem Ermittlungsstand ein 36-Jähriger seine Ehefrau (35) mit einem Gewehr erschossen haben soll, bevor er die Waffe auf sich selbst richtete, wurden nicht berichtet.

MOrd i Hiemschuh
© APA, Marcel Pail

Der 9. Femizid dieses Jahres und zum unfassbaren Familiendrama ausgeartete Beziehungsstreit hatte sich in der Nacht auf Samstag ereignet, die Ermittler gingen von einem Tatzeitpunkt in den frühen Morgenstunden aus. Wie es aussieht, hatte der Mann wohl in Voraussicht bzw. eiskalt geplant und die beiden Söhne des Paares, sechs und neun Jahre alt, zu Angehörigen - vermutlich zu den Großeltern der Buben - gebracht, damit sie dort übernachten und nicht im Weg stehen sollten, wenn der Papa bei der letzten Aussprache über die von der Frau geforderte Scheidung plötzlich zum Gewehr greift und die Mutter der bedauernswerten Geschwister und anschließend sich selbst richtet.

Als dieser die Angehörigen, bei denen die Kids über Nacht gewesen waren, das Elternpaar am nächsten Tag nicht erreichte und zum Wohnhaus der Familie kam, entdeckte man dort die Leichen. . 

Man muss sich das einmal vorstellen bzw. genau benennen: Nur weil sich der 36-Jährige ein getrenntes Leben mit Gütertrennung, Besuchsregelungen, Alimentezahlungen und späteren mutmaßlichen Patchwork-Verhältnissen nicht vorstellen konnte oder mochte, zerstörte er mit der Waffe - die der Mann legal besaß - einfach alles. Was zurückbleibt, sind Kinder ohne Eltern, zwei Hinterbliebenenfamilien mit einer Wunde, die nie heilt und die sich künftig mit aller Kraft um die beiden kleinen Vollwaisen kümmern müssen. Angehörige, die ein Leben lang (er)tragen müssen, was ein Mann in einem Moment zerstört hat. 

S E R V I C E - In Österreich finden Frauen, die Gewalt erleben, u.a. Hilfe und Informationen bei der Frauen-Helpline unter: 0800-222-555, https://www.frauenhelpline.at/; beim Verein Frauenhäuser Steiermark https://www.frauenhaeuser.at/; beim Gewaltschutzzentrum Steiermark: https://www.gewaltschutzzentrum.at/steiermark/ und 0316-774199 sowie beim Polizei-Notruf: 133. Männer-Notruf: 0800 246 247. Sie sind in einer verzweifelten Lebenssituation und brauchen Hilfe? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Hilfsangebote für Personen mit Suizidgedanken und deren Angehörige bietet das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums. Unter www.suizid-praevention.gv.at finden sich Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen in Österreich.

Fehler im Artikel gefunden? Jetzt melden.
OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten