Flugzeug- Crash:

Krimi

Flugzeug-Crash: Wird er Mordfall?

Passagier aus schwierigem Milieu - Brachte er Flugzeug zum Absturz?

Es ist vor allem die erst nach Tagen geklärte Identität des jungen Passagiers, der mit dem erfahrenen Piloten Günter H. (55) am Freitag in den Bodensee stürzte, die viel Raum für Spekulationen lässt. Bei dem Passagier handelt es sich um Timo M.

Der 20-Jährige, der sich an diesem Tag einen Rundflug über den Bodensee gönnte, ist ein betreuter Arbeitsloser, der seit vier Monaten in dem Kaplan-Bonetti-Haus in Dornbirn lebte – und nur 30 Euro Taschengeld in der Woche hatte. Mit dem Betrag jedenfalls wäre der Insasse der Einrichtung für Obdachlose und Suchtgiftkranke jedenfalls nie in die Lüfte gekommen …

Peter Mayerhofer vom Bonetti-Haus hatte seinen Schützling Freitagvormittag zuletzt gesehen. „Wir haben ihm seine 30 Euro gegeben, dann war er weg.“

Wie der junge Mann, der über wenig soziale Kontakte verfügte, zum abgelegenen Flugplatz Hohenems kam, ist eines der vielen Rätsel vom Todesflug der Tecnam P92. „Vielleicht hat ihn Günter von einer Bushaltestelle abgeholt“, sagt Betriebsleiter Georg Fessler. Das würde allerdings bedeuten, dass der 55-Jährige und der junge Bursch sich gekannt oder verabredet hatten.

Weitere Ungereimtheiten: Vorab bezahlt – wie es sonst üblich ist – hat Timo M. seinen Rundflug nicht. Auch hatte Günter H. es verabsäumt, die Daten seines Passagiers aufzuschreiben und dem Tower zu melden.

Bei perfektem Flugwetter waren der 55-jährige Pilot und der Passagier um 16.05 Uhr aufgestiegen. Günter H. hatte sich noch bei seinen Kollegen verabschiedet: „Ich bin gleich wieder da. Ich hab’ nur einen kurzen Rundflug zum Bodensee.“

Nur zehn Minuten später stürzte das hellblaue Ultraleichtflugzeug mit der Kennung „D-MAXL“ senkrecht in den Bodensee. Betriebsleiter Fessler ist jedenfalls überzeugt, dass die Ursache des Crashs ein Verbrechen war: „Ich glaube, dass der Passagier unseren Piloten flugunfähig gemacht und den Steuerknüppel ganz nach vorne gedrückt hat“.

Die Polizei reagiert auf die neuen Indizien und Gerüchte: „Die Untersuchungen werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Wir ermitteln in alle Richtungen.“

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