Grab für toten Vater geschaufelt

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Grab für toten Vater geschaufelt

Erschlagen, erstochen, gequält und gefoltert: Ausgerechnet der Lieblingssohn soll der ganzen Wut auf den Vater (63) freien Lauf gelassen haben.

Wie viel Hass sich in dieser Familie aufgestaut haben muss, lässt sich nur erahnen. Der zweite Sohn, Gerhard, der aus Tirol anreiste und nun die Hinterlassenschaft regelt, deutet gegenüber einem ÖSTERREICH-Reporter vor Ort in St. Thomas am Blasenstein nur an: „Ich und meine Brüder hatten keine schöne Kindheit. Er hat uns wie Sklaven behandelt.“

Drogen, Gefängnis 
und Gewaltexzesse
Nur Josef jr. mochte der Altbauer, der nach dem Selbstmord seiner Gattin die Landwirtschaft aufgab und Baggerfahrer wurde, etwas mehr. Und der dankte es dem Vater, indem er der Wildeste wurde und auf die schiefe Bahn geriet: Drogen, Einbrüche, Gewaltexzesse. Zuerst gegen seine Freundin, dann gegen den Vater, bei dem er – ohne Arbeit und nach Gefängnisaufenthalten obdachlos – wieder einzog. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Wie ÖSTERREICH bereits berichtete, soll der 36-Jährige im Haus seines Vaters eine wahre Schreckensherrschaft aufgezogen haben. Und wieder will niemand im Ort etwas davon mitbekommen haben. Nur die unmittelbaren Nachbarn in Kleinmaseldorf wussten und sahen, was los war, wenn der 63-Jährige sich grün und blau geschlagen bei ihnen vor seinem Sohn versteckte.

Streit über Verkauf des Anwesens als Motiv
Doch was jetzt bekannt wird, schockt selbst die abgebrühtesten Ermittler: Wie die Staatsanwaltschaft bestätigt, soll Josef „Pepi“ D. seinen Vater wegen finanzieller Auffassungsunterschiede über den Hof und den Grund – der Junior wollte alles zu Bargeld machen – schwer traktiert haben. Und das über einen längeren Zeitraum und in mehreren Räumen des Anwesens. Gefoltert mit allem, was der Angreifer fand – Messer, Latten, Werkzeug.

Mit seinen letzten Atemzügen flüchtete der Senior auf die Toilette, wo ihn der Sohn mit einem Hieb auf den Kopf erschlagen und getötet haben soll. Dann wollte er das Haus putzen und hob im Wald mit einer Schaufel schon ein Grab für das Opfer aus. Dabei schlug allerdings die Polizei zu. Der mutmaßliche Täter ist geständig.

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