Handy schuld an Bus-Drama

Oberösterreich

Handy schuld an Bus-Drama

Lenker schaute bei Crash aufs Display - Florian (12) starb im Krankenhaus.

Es waren Bruchteile von Sekunden, nur ganz wenige Augenblicke, die am Freitag zur Schulbus-Kata­strophe von Schwand bei Braunau im Innkreis führten. Es war das Läuten eines Handys, das eine Tragödie mit 17 verletzten und einem toten Hauptschüler auslöste. Ein Lkw-Lenker war durch einen Anruf kurz abgelenkt, übersah ein Stoppschild und schoss einen Schulbus ab. Vier Kinder wurden schwerst verletzt, eines erlag im LKH Salzburg seinen Verletzungen.

Diashow: Bilder vom Schulbus-Unfall in Schwand

Florian (12) ist tot, Jan (12) kämpft um sein Leben
Bürgermeister Johann Prielhofer war auch einen Tag nach dem Bus-Drama tief bestürzt: „Wir sind alle stark betroffen und mit unseren Gedanken bei den Familien der Kinder“, sagte er zu ÖSTERREICH. Vor allem an den toten Florian M. und den gleichaltrigen Jan G. (beide 12), der auf der Intensivstation noch immer mit dem Tod ringt, dachten sie am Freitag.

Der mit 19 Kindern im Alter von 10 bis 16 Jahren besetzte Bus war von der Hauptschule Neukirchen gekommen, wo alle Kinder aus Schwand zur Schule gehen. Nur 200 Meter vor seiner Endstation passierte die Tragödie an der Kreuzung der Gilgenberger Landesstraße mit der Unteradenberger Landesstraße. Der Lkw krachte seitlich voll in den silbernen Bus, als der Lkw-Lenker kurz auf das Display des Handys schaute.

150.000 Handy-Verstöße am Steuer pro Jahr

Nach der Tragödie von Schwand sollen die Handy-Gesetze verschärft werden.
Wien. Experten haben errechnet: Wer bei Tempo 50 nur fünf Sekunden lang auf das Display seines Handys schaut, ist etwa 70 Meter auf der Straße in seinem Auto im Blindflug unterwegs. So wie der Lkw-Lenker, der die Schulbus-Tragödie im Innkreis ausgelöst hat.

Das Unglück führt zu ersten Reaktionen, schärfere Gesetze gegen das Handytelefonieren im Auto werden laut. 150.000 Verstöße wurden allein im Vorjahr mit Bußgeldern geahndet.

Einen neuen Vorstoß macht der VCÖ. Er will das „Kölner Modell“. Dort beschlagnahmt die Polizei nach jedem Unfall die Handys der Beteiligten. Es geht nicht um Personendaten, es geht darum zu belegen, ob die Unfall-Verursacher telefoniert haben.



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