Direkter Vergleich mit Deutschland zeigt hohe Abschussrate auf.
Kärnten/Tirol. Die Naturschutzorganisation WWF hat am Mittwoch in einer Aussendung Kritik an den Wolfabschüssen im Vorjahr geübt. Nachdem 25 Wölfe auf Basis einer Verordnung oder durch Wildtierkriminalität getötet worden sind, verschwand rund ein Viertel der in Österreich bekannten Population von 102 Exemplaren. Zudem wies der WWF darauf hin, dass hierzulande seit 2022 fünfmal mehr Tiere als in Deutschland geschossen worden sind - und dies obwohl die Zahl der Rudel dort 24-mal so hoch sei.
219 Rudel gebe es beim nördlichen Nachbarn, nur neun Wolfsfamilien sind laut der NGO in Österreich nachgewiesen. In Deutschland wurden seit dem Jahr 2022 demnach insgesamt zwölf Wölfe im Rahmen sogenannter Managementmaßnahmen getötet. In Österreich waren es im selben Zeitraum 57 behördlich genehmigte Tötungen - also fast fünfmal so viele (jeweils ohne Fälle von Wildtierkriminalität). "In Deutschland werden höchstens einzelne Tiere entnommen, während hierzulande ein erheblicher Teil des Bestandes getötet wird. Das ist aus Artenschutz-Sicht eine fatale Entwicklung, die gestoppt werden muss", sagte Christian Pichler vom WWF.
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In der Detailauswertung 2025 gab es 22 Abschüsse auf Basis von Verordnungen, die laut einer WWF-Analyse allesamt dem EU-Recht widersprechen. Dazu kommen noch drei dokumentierte illegale Tötungen. Im Bundesländer-Vergleich liegt Kärnten mit 13 Wolfstötungen im Vorjahr an der Spitze, gefolgt von Tirol (sieben), Niederösterreich (drei), Salzburg und Oberösterreich (je ein Tier). "Anstatt vor allem auf Abschüsse und Stimmungsmache zu setzen, müssen rechtssichere, wissenschaftlich fundierte Lösungen dominieren. Dazu zählen die Einhaltung des EU-Artenschutzrechts, mehr Herdenschutz und ein konsequentes Vorgehen gegen Wildtierkriminalität", kritisierte Pichler. Der Ökologe verwies zudem auf die Schlüsselrolle der Tiere für die Natur. "Als großer Beutegreifer hilft der Wolf, übermäßig hohe Wildbestände zu regulieren und die Artenvielfalt und die Waldverjüngung zu fördern", sagte der WWF-Experte.