Zwei 18-Jährige, die mit ihrer Ex-Freundin (14) eine Drogen-Party gefeiert hatten - dabei starb das Mädchen - wurden wegen grob fahrlässiger Tötung nicht rechtskräftig doch recht milde verurteilt: der eine drei, der andere zwei Monate Haft.
Wien. Nach dem Tod einer 14-Jährigen in einer Wohnung in der Donaustadt im vergangenen Sommer wurden am Freitag zwei 18-Jährige vor Gericht schuldig gesprochen. Derjenige, der die Drogen besorgt und dem Mädchen überlassen hatte, bekam 18 Monate - davon muss er drei Monate hinter Gitter verbringen - wegen grob fahrlässiger Tötung und wegen Verstoß gegen das Suchtmittelgesetz. Sein Freund erhielt zwei Monate bedingt wegen unterlassener Hilfeleistung. Beide Urteile sind nicht rechtskräftig.
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Teenie Rettung übergeben, dann weitergefeiert
Der Erstangeklagte hatte seine Lebensversicherung aufgelöst, um an diesem 4. Juni eine Drogenparty mit seinen Freunden zu feiern. Unter anderem wurde Kokain, Marihuana, MDMA und Ecstasy besorgt. Die 14-Jährige, bei den 18-Jährigen handelt es sich um ihre Ex-Freunde, dürfte schon im Vorfeld Suchtgift konsumiert haben. In ihrem Blut wurde nämlich eine Substanz gefunden, die auch als rosa Kokain bezeichnet wird - wobei es sich keineswegs um Kokain, sondern um ein gefärbtes gefährliches Designergemisch aus Ketamin, MDMA, Koffein und Amphetamin mit extrem unberechenbarer Wirkung handelt.
Im Bad plötzlich zusammengebrochen
Um 23.00 Uhr schickte die 14-Jährige aus dem Bad ihrem aktuellen Freund über Snapchat eine Nachricht, dass sie ziemlich zugedröhnt sei. Dort dürfte sie dann zusammengebrochen und aus dem Mund geblutet haben. Da hatte sie nach Angaben der 18-Jährigen schon keinen Puls mehr. Der Vorwurf der Anklage war, dass die beiden erst dann die Rettung anriefen, nachdem sie zuerst das Suchtgift verschwinden haben lassen.
Die 14-Jährige wurde mit einer Überdosis in ein Kinderkrankenhaus gebracht, ehe sie wenige Tage später am 8. Juni wegen schwerer Hirnschädigungen aufgrund von Sauerstoffunterversorgung verstarb. Laut Gerichtsmedizinerin Katharina Stolz soll das Mädchen Unmengen Kokain und MDMA, aber auch Rückstände von Ketamin im Körper gehabt haben. Laut Aussage der 18-Jährigen soll sie drei Lines Kokain in ihrem Beisein gezogen haben. Allerdings verschwiegen die jungen Männer den Rettungssanitätern, die gegen 0.30 Uhr geholt wurden, dass Unmengen von Drogen in dieser Wohnung genommen wurden.
Der Rettungseinsatz hielt die beiden 18-Jährigen nicht davon ab, weiter Party zu machen. Sie holten danach Nachschub von ihrem Dealer und setzten den Konsum fort, sodass der Erstangeklagte auch wegen einer Überdosis im Spital behandelt werden musste. Beiden wurden Bewährungshilfe und eine Drogentherapie auferlegt.