In der ZiB2 am Mittwochabend war Reinhard Nosofsky vom Bundeskriminalamt im ORF-Studio, der bei Armin Wolf zum aufgedeckten Internetbetrug mit Promi-Fake-News Stellung nahm.
In einem Bürokomplex in Tirana wurde ein hochprofessionelles Betrugsnetzwerk in Form eines Callcenters enttarnt. Hunderte Arbeitsplätze, klar strukturierte Abläufe und eigene IT- sowie Finanzexperten zeigen deutlich, wie organisiert die Täter vorgehen. Rund 80 Personen arbeiteten vor Ort daran, Opfer mit scheinbar lukrativen Investment-Angeboten zu ködern. Die Masche: Erst kleine Beträge – etwa 250 Euro – einzahlen lassen, dann mit angeblichen Gewinnen locken und immer höhere Summen verlangen. Viele der Anrufer sprechen ausreichend gut Deutsch, unterstützt durch KI und weitere technische Hilfsmittel.
Reinhard Nosofsky vom Bundeskriminalamt warnt: Anleger sollten Angebote immer genau prüfen, bevor sie ihr Geld investieren. Ein Blick in offizielle Register, etwa bei der Finanzmarktaufsicht, kann helfen, unseriöse Anbieter zu entlarven. Auch Banken können Auskunft geben, ob ein Investment überhaupt existiert. Wichtig ist zudem, verdächtige Werbung sofort zu melden. Die Behörden würden zwar versuchen, Fake-Inserate von Plattformen wie YouTube entfernen zu lassen, doch die rechtlichen Möglichkeiten seien derzeit begrenzt. Die Forderung nach mehr Kontrollen und strengeren Vorgaben für Online-Plattformen wird im Zuge dessen immer lauter.
Die Polizei setze vor allem auf Hinweise aus der Bevölkerung: "Wenn Menschen schon irgendwohin Geld überwiesen haben, dann auf jeden Fall die Anzeige machen. Jede Anzeige ist hilfreich", so Nosofsky. Denn selbst kleine Fehler im Netzwerk könnten Ermittlern entscheidende Spuren liefern. Wer bereits Geld überwiesen hat, sollte sofort handeln – auch wenn die Chancen auf Rückholung meist gering sind. Im aktuellen Fall konnten zwar bereits knapp 900.000 Euro sichergestellt werden, doch ein Großteil der erbeuteten Millionen bleibt verschwunden und findet sich wohl in einem großen Geldwäschenetzwerk wieder.