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Overtourism 2026: Diese Urlaubsklassiker sollten Sie im Sommer meiden

Immer mehr Traumziele leiden unter den Folgen des Massentourismus. Die bittere Realität: Verstopfte Gassen, eine überlastete Infrastruktur und explodierende Mietpreise. Ganz ehrlich: Wer hat im Sommerurlaub schon Lust, sich mit den Ellenbogen durch schwitzende Menschenmassen zu drängen? 

Um das Problem greifbar zu machen, haben die Reiseplattform Evaneos und die Unternehmensberatung Roland Berger den umfassenden Overtourism-Index entwickelt. Auf einer Skala von 1 (entspannt) bis 5 (extrem belastet) wurden weltweit beliebte Reiseziele nach objektiven Kriterien wie

  • der Anzahl der Tourist:innen pro Einwohner:in,
  • der Belastung pro Quadratkilometer,
  • der saisonalen Konzentration und
  • der Nachhaltigkeit

bewertet. Ein genauer Blick auf aktuelle Daten zeigt, warum Sie manche Reise-Klassiker in diesem Sommer besser links liegen lassen oder Ihren Trip zumindest extrem sorgfältig timen sollten.

Badeorte am Limit: Griechenland, Kroatien & Zypern

Overtourism 2026: Diese Urlaubsklassiker sollten Sie im Sommer meiden
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Badeorte sind vom Übertourismus am stärksten betroffen. Mit Index-Werten von 4,4 (Zypern), 4,0 (Griechenland) und 3,8 (Kroatien) stoßen diese Regionen an ihre Grenzen. In ökologisch ohnehin empfindlichen Regionen wie den griechischen Inseln Mykonos und Santorini kommen in Spitzenzeiten bis zu 9,9 Tourist:innen auf eine:n einzige:n Einheimische:n.

Wenn Sie Griechenland lieben, weichen Sie auf die ruhigeren Monate Mai, Juni, September oder Oktober aus. Wer unbedingt im Hochsommer verreisen möchte, sollte unbekanntere Inselperlen wie Syros oder Milos ansteuern.

Europas Lieblinge im Dauerstress


Mallorca, Cinque Terre oder die Algarve, wir alle kennen und lieben sie. Doch der Index schlägt für die Urlaubsländer Spanien, Italien und Portugal mit einem kritischen Wert von 3,6 an, dicht gefolgt von Frankreich mit 3,3. Das Hauptproblem hier ist die extreme sommerliche Konzentration: Bis zu 43 % aller Ankünfte prasseln allein in den Monaten Juli und August auf diese Länder ein.

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Verreisen Sie deshalb lieber im Frühling und Herbst statt im Hochsommer! Im April können Sie in Andalusien blühende Orangenhaine fernab der Massen genießen. Und in der Toskana baden Sie im September noch herrlich im warmen Meer, ganz ohne Handtuch-Slalom am Strand.

City-Trips: Europas überrannte Metropolen

Wer lieber Großstadtluft schnuppern möchte, sollte bei der Planung ebenfalls aufpassen. Kopenhagen (3,8), Amsterdam (3,7) und Dublin (3,4) sind laut dem Index die europäischen Spitzenreiter beim städtischen Übertourismus. Amsterdam wehrt sich mittlerweile massiv: Die Stadt fährt rigorose "Stay Away"-Kampagnen gegen Party-Touristen, erhebt hohe Abgaben von 15 Euro für Kreuzfahrt-Tagesgäste und schränkt Kurzzeitvermietungen auf 15 Nächte pro Jahr in gewissen Zentrumsvierteln ein.

Setzen Sie auf authentischen "Second City Tourism"! Fahren Sie nach Rotterdam statt Amsterdam, ins aufregende Aarhus statt nach Kopenhagen oder in das charmante Galway statt nach Dublin, um Ihre Nerven zu schonen.

Barcelona und Venedig ziehen die Notbremse

Auch die ewigen Sehnsuchtsorte Barcelona und Venedig sind massiv betroffen und haben für 2026 den Kampf gegen den Kollaps extrem verschärft:

Barcelona geht nach massiven Bürgerprotesten gegen Wohnungsnot drastisch vor: Bis Oktober 2026 werden zwei große Kreuzfahrtterminals dauerhaft geschlossen. Zudem ist ein radikaler Schritt beschlossen: Bis 2028 sollen sämtliche rund 10.000 Lizenzen für private Touristen-Apartments im Airbnb-Stil komplett gestrichen werden.

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Venedig schränkt den Zutritt weiter ein: Die Lagunenstadt hat ihre Eintrittsgebühr für Tagesgäste auf Spitzentage im Jahr 2026 ausgeweitet, welche bei spontaner Buchung bis zu 10 Euro kostet. Um das Gedränge in den historischen Gassen zu stoppen, sind geführte Tourgruppen auf maximal 25 Personen beschränkt, und laute Megafone wurden verboten.

Der Reisesommer 2026 erfordert ein Umdenken. Wer klug wählt, antizyklisch reist und ausgetretene Pfade verlässt, schützt nicht nur die Umwelt und die Lebensqualität der Einheimischen, sondern belohnt sich selbst mit einem viel intensiveren, entspannteren und vor allem authentischeren Urlaubserlebnis.

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