Die deutsche Hauptstadt plant für diesen Sommer ein völlig neues Konzept für Urlauber: Wer sich nachhaltig verhält und etwa Abfall an Gewässern aufsammelt, soll mit Gratis-Erlebnissen belohnt werden.
Die Tourismuszahlen in Berlin sind im Sinkflug: 2025 verzeichnete die deutsche Hauptstadt spürbar weniger Übernachtungen. Um wieder mehr Gäste anzulocken und gleichzeitig ein massives Müll-Problem in den Griff zu bekommen, greift die Tourismusagentur Visit Berlin jetzt zu einer äußerst skurrilen Maßnahme: Urlauber sollen aktiv dazu beitragen, die Stadt sauberer und lebenswerter zu machen. Wer mit anpackt, bekommt dafür kleine Goodies. Noch diesen Sommer soll das Projekt starten.
Gewässer und soziales Engagement im Fokus
Besonders die verschmutzten Gewässer Berlins stehen im Fokus der Aktion. "Wir machen verantwortungsvolles Handeln sichtbar und belohnen es", heißt es auf der Webseite des Projekts. "Wer sich am und auf dem Wasser bewusst verhält - etwa Müll sammelt, den Kiez verschönert oder soziale Projekte unterstützt - erhält bei teilnehmenden Partnern eine Anerkennung." Dabei soll es sich um kleine Vorteile oder besondere "Berlin-Erlebnisse" handeln.
Aktuell befindet sich das Projekt noch in der Vorbereitungsphase. Visit Berlin sucht noch nach passenden Partner-Unternehmen, bei denen die Touristen ihre Vorteile einlösen können. Gefragt sind Gastronomen, Hotels sowie Kultur- und Bildungseinrichtungen, die einen Bezug zu den Berliner Gewässern haben. Mitte Mai soll das gesamte Programm dann offiziell vorgestellt werden.
Erfolgreiches Vorbild aus Dänemark
Die Idee für "BerlinPay" kommt nicht von ungefähr. Als Vorbild dient das Konzept "CopenPay" aus der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Dort werden Touristen bereits erfolgreich belohnt, wenn sie sich nachhaltig verhalten. Wer beispielsweise die Anreise mit der Bahn statt mit dem Flugzeug nachweisen kann, erhält Gratis-Bootstouren oder kann kostenlos Fahrräder mieten.
Dass man Touristen jetzt aber direkt zum Müllsammeln an die Spree schickt, ist eine neue Eskalationsstufe. Ob sich die Urlauber darauf einlassen, bleibt abzuwarten.