Ein 17- und 21-Jähriger sollen einen Supermarktbetreiber in einer Tiefgarage ausgeraubt und 4.000 Euro erbeutet haben Die beiden, die schon im Fall "Anna" durch ihr respektloses Auftreten vor Gericht aufgefallen sind, waren im Ermittlungsverfahren geständig.
Wien. Mit rechtskräftigen Freisprüchen für zehn Burschen im Alter zwischen 16 und 21 Jahren ist Ende September 2025 am Wiener Landesgericht der Prozess im "Fall Anna" zu Ende gegangen - ein Aufschrei über die Kuscheljustiz ging durchs Land. Zwei der damals ohne Strafe laufen gelassenen Angeklagten müssen nun aber mit längeren Haftstrafen rechnen - und zwar nach einem Raubüberfall.
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Seit November sitzt das Duo in U-Haft. Die beiden wurden als jene Verdächtige ausgeforscht, die am 2. Juni 2025 in Simmering einen Supermarktbetreiber in der Tiefgarage seiner Wohnhausanlage abgepasst und maskiert sowie mit Pfeffersprays und einer Gaspistole bewaffnet ausgeraubt haben sollen. Mittlerweile liegt in diesem Zusammenhang eine rechtskräftige Anklage wegen schweren Raubes gegen die einschlägig Vorbestraften und zwei weitere mutmaßliche Mittäter vor. Verhandelt wird am 20. Mai vor einem Schöffensenat am Landesgericht.
Bursche beide erheblich vorbestraft
Für den 17- und den 21-Jährigen könnte es dabei angesichts ihres getrübten Vorlebens laut APA ein böses Erwachen geben. Der Ältere wurde im Sommer 2022 wegen schweren Raubes zu 21 Monaten teilbedingter Haft verurteilt, wobei er als damals 18-Jähriger immerhin sieben Monate im Gefängnis absitzen musste. Der Jüngere weist sogar drei Vorstrafen auf, davon zwei einschlägige. Zuletzt wurde der 17-Jährige wegen Datenfälschung und Urkundenfälschung zu vier Monaten Haft verurteilt.
Das Landeskriminalamt konnte die nunmehr Beschuldigten nach längeren Ermittlungen ausforschen, wobei den Kriminalisten zugutekam, dass der 21-Jährige am Tatort ein Zugband seines Pullovers mit seinen DNA-Spuren verloren hatte. Diese wurden mit der nationalen DNA-Datenbank abgeglichen - man landete einen Treffer, da der 21-Jährige aufgrund seiner Vorstrafe in der Datenbank vermerkt war.
Die im "Fall Anna" Freigesprochenen dürften sich in der bevorstehenden Hauptverhandlung zum schweren Raub schuldig bekennen. Das deuteten ihre Verteidiger Philipp Wolm und Mirsad Musliu am Freitag an. Der 21-Jährige hatte im Ermittlungsverfahren zugegeben, er habe sich überreden lassen, "schnelles Geld" zu machen. Auch der 17-Jährige war geständig.