Österreichs Gruppengegner Argentinien muss bei der kommenden Weltmeisterschaft auf Gianluca Prestianni verzichten. Die FIFA weitete eine UEFA-Sperre wegen homophober Beleidigungen nun weltweit aus.
Der Fußball-Weltverband hat Ernst gemacht: Die Sperre gegen den argentinischen Youngster Gianluca Prestianni gilt nun offiziell auch für die Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada. Sollte Nationaltrainer Lionel Scaloni den 20-jährigen Flügelstürmer von Benfica Lissabon nominieren, würde dieser die ersten beiden Gruppenspiele verpassen. Damit fehlt er fix am 22. Juni im prestigeträchtigen Duell gegen die österreichische Nationalmannschaft in Arlington.
Eklat in der Champions League
Grund für die harte Sanktion war ein Vorfall im Champions-League-Achtelfinale Mitte Februar. Prestianni soll Real-Madrid-Star Vinícius Júnior homophob beleidigt haben. Die UEFA verhängte daraufhin eine Sperre von sechs Partien, wovon drei auf Bewährung ausgesetzt sind. Da der Argentinier bei seiner Entgleisung den Mund mit dem Trikot verdeckte, reagierte sogar das Regelgremium IFAB: Das Verdecken des Mundes bei Beleidigungen kann künftig direkt mit der Roten Karte bestraft werden.
Folgen für die Albiceleste
Ob der talentierte Offensivmann, der bisher erst einen Einsatz im Nationalteam verbuchen konnte, überhaupt im Kader steht, bleibt abzuwarten. Beim letzten Vorbereitungsspiel gegen Sambia am 31. März fehlte er bereits im Aufgebot. Argentinien startet am 17. Juni in Kansas City gegen Algerien in das Turnier, bevor es zum Aufeinandertreffen mit der ÖFB-Auswahl kommt. Falls Prestianni nicht nominiert wird, muss er die verbleibende Strafe in der kommenden Saison in einem UEFA-Wettbewerb absitzen.
Österreich profitiert von Ausfall
Für das Team von Ralf Rangnick bedeutet die Sperre des flinken Flügelspielers eine Schwächung des Titelverteidigers. Argentinien schließt die Gruppenphase am 28. Juni gegen Jordanien ab – erst dann wäre Prestianni wieder spielberechtigt. Die FIFA folgte mit ihrer Entscheidung einer expliziten Bitte der UEFA, um ein weltweites Zeichen gegen Diskriminierung im Fußball zu setzen. Für den jungen Profi aus Lissabon ist es ein herber Rückschlag in seiner noch jungen Karriere beim Weltmeister.