Adamovich-Kritik

Natascha erlitt Zusammenbruch

kampusch
© APA

Neue Aufregung im Fall Kampusch. Das Opfer wehrt sich jetzt gegen Aussagen, sie hätte es bei der Entführung besser gehabt als zu Hause.

OE24 auf Google bevorzugen

Die jüngsten Spekulationen und Mutmaßungen zu ihrem Fall hätten Entführungsopfer Natascha Kampusch arg zugesetzt, berichten Vertraute. Vor allem Aussagen des Leiters der Kampusch-Evaluierungskommission, Ludwig Adamovich, sollen die heute 21-Jährige schwer getroffen haben. Er hat gesagt: "Es ist natürlich denkbar, dass diese Gefangenschaft allemal besser war als das, was sie davor erlebt hat - zumal man weiß, dass ihre Mutter nicht gerade zärtlich mit ihr umgegangen ist.“

Kampusch habe einen veritablen Zusammenbruch erlitten und sich völlig zurückgezogen.

Ihr Anwalt Gerald Ganzger spricht gegenüber ÖSTERREICH von "einem unwürdigen Schauspiel“. Er kritisiert Adamovich, „ins Blitzblaue hinein zu spekulieren, und das ohne jegliches Substrat“.

OStA übernimmt
Positiv bewertet wird von Natascha Kampuschs Umgebung, dass seit Dienstag die Oberstaatsanwaltschaft (OStA) Wien die Ermittlungen übernommen hat und das Verfahren und die damit beschäftigten Stellen - Kommission, die SoKo der Kriminalpolizei, Staatsanwaltschaft - leitend koordinieren wird. Damit sollen in Zukunft Alleingänge verhindert werden. Der Leiter der OStA Wien, Werner Pleischl, wird auch den bisher befassten Grazer Staatsanwalt Thomas Mühlbacher beiziehen.

Adamovich „an die Leine“. Für Beobachter ist klar, dass Kommissionsleiter Adamovich damit „an die Leine gelegt“ werden soll. Ein Gespräch zwischen Pleischl und Adamovich hat bereits stattgefunden. und der neue „Chefermittler“ hat bereits klar gemacht, dass er auf eine neuerliche Einvernahme des Opfers Natascha Kamusch verzichtet – obwohl diese dazu bereit wäre.

Mehrere neue Zeugen sollen von der neuen SoKo Kampusch aber sehr wohl befragt werden.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden