Das ist die Leidensgeschichte eines Niederösterreichers, dem in einem Wiener Spital die Gleichbehandlung verweigert wurde.
Im Rahmen eines Pressegesprächs informierten der Landesgeschäftsführer der Volkspartei Niederösterreich, LAbg. Matthias Zauner, und Landtagsabgeordnete Silke Dammerer über aktuelle Entwicklungen in der Gastpatienten-Debatte. Der betroffene Patient war ebenfalls vor Ort und zeigte sich von der Stadt Wien schwer enttäuscht.
- Neuer Wirbel um Gastpatienten: So voll sind Wiener Arztpraxen
- "Unfaire Behandlung": ÖVP-Attacke auf Wiederkehr
- Hacker versichert: "keine Wartelisten für Niederösterreicher"
Im Brief vonseiten des Orthopädischen Spitals Speising an den Betroffenen aus dem Bezirk Melk heißt es eingangs, er habe sich bereits vor einiger Zeit für eine Operation angemeldet und stehe auf einer Warteliste. In der damaligen Erstinformation habe er Angaben zur durchschnittlichen Wartezeit auf seine Operation erhalten. Aufgrund seines niederösterreichischen Wohnorts sei er nun allerdings „mit einer deutlich längeren Wartezeit“ konfrontiert. Denn das Spital sei dazu verpflichtet, die Anzahl der Patientinnen und Patienten aus anderen Bundesländern zu reduzieren und könne ihn nun nicht mehr im vorgesehenen Zeitraum behandeln.
VPNÖ-Zauner: "Blockadehaltung aufgeben"
"Seit vielen Monaten weisen wir vonseiten der Volkspartei Niederösterreich auf die Ungleichbehandlung von Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern in Wiener Spitälern hin und fordern von der Stadtregierung das Aufgeben ihrer Blockadehaltung ein. Denn Bürgermeister Ludwig hat mit seiner Unterschrift persönlich der Behandlung von Gastpatientinnen und Gastpatienten zugestimmt“, verweist VPNÖ-Landesgeschäftsführer Matthias Zauner auf die bestehende Vereinbarung im Rahmen des Finanzausgleichs, mit der eine Behandlung von Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern in anderen Bundesländern sichergestellt wird. Im Gegenzug verzichtet Niederösterreich jährlich auf 500 Millionen Euro.
- "Wien muss operieren": ÖVP startet Gastpatienten-Kampagne
- NÖ übernimmt Klagskosten: "Gastpatient" aus Niederösterreich vs. Wiener Spital
"Anstatt jedoch seinen Pflichten nachzukommen und Patientinnen und Patienten unabhängig vom Meldezettel zu behandeln, entscheidet sich Gesundheitsstadtrat Peter Hacker für einen untragbaren Zick-Zack-Kurs. Einmal heißt es, es gibt eine eigene Warteliste für Gastpatientinnen und Gastpatienten, dann stellt sie Herr Hacker (SPÖ) wieder in Abrede. Das Schreiben an den betroffenen Patienten stellt aber außer Frage: Die niederösterreichischen Landsleute werden in Wiener Spitälern als Patienten zweiter Klasse behandelt“, so Zauner.
Der Betroffene kommt zu Wort
Der betroffene Patient August Grubhofer selbst zeigt sich schwer enttäuscht: "Seit meiner Jugend zahle ich in unser Sozialsystem ein und leiste damit meinen fairen Beitrag. Dass mir dann im eigenen Land die Behandlung verweigert wird und ich auf die lange Bank geschoben werde, hätte ich mir nicht gedacht."
VPNÖ-Dammerer: "kein Verständnis"
Die Abgeordnete zum NÖ Landtag, Silke Dammerer, ergänzt: „Über 205.000 Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher pendeln täglich nach Wien und bringen der Stadt Einnahmen in Millionenhöhe, einige davon auch aus dem Bezirk Melk. Ich habe daher kein Verständnis dafür, wenn unsere Landsleute in Wiener Spitälern schlechter behandelt werden als ausländische Staatsbürger mit Wiener Meldezettel. Wir investieren in Niederösterreich seit Jahren massiv in unser Gesundheitssystem, um auch in den kommenden Jahrzehnten die beste Zukunftsversorgung garantieren zu können. Bei uns fragen wir auch weiterhin nicht nach dem Meldezettel, sondern wie wir helfen können. Wien sollte sich hier ein Beispiel nehmen.“