Stromrevolution

Jubel in der Bevölkerung: EVN senkt Tarife für Private

Hierorts wurde wiederholt diskutiert, ob die Übergewinne der EVN nicht eigentlich an die Konsumenten weitergegeben werden müssten. Ein entsprechendes Bundesgesetz hat dies nun bestätigt. Die EVN fühlte sich zum Handeln gezwungen. Jetzt sind die Tarifsenkungen für Private also da. 

Der niederösterreichische Versorger EVN senkt ab 1. April den Strompreis für Private! Heute Vormittag kündigte der Versorger einen neuen und günstigeren Tarif von durchschnittlich etwa zehn Cent netto pro Kilowattstunde an. Dieser habe Gültigkeit für alle Bestands- und Neukunden und enthalte zusätzlich auch einen Rabatt für den Umstieg oder Neuabschluss. EVN-Vorstand Stefan Stallinger begründete die Tarifsenkung u.a. mit einer "Regelung des neuen Strommarktgesetzes". 

Wie oe24.at wiederholt berichtet hat, hat sich im Dezember ein Neu-Entscheid abgezeichnet: Nach zähem Ringen ist dann Mitte Dezember das Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) beschlossen worden. V Was die EVN weniger gefreut hatte, denn Versorger müssen etwaige Übergewinne künftig an die Kunden weitergeben. 

Kunden könnten aktiv ihre Stromkosten noch weiter senken, da die EVN den Sommer-Netz-Arbeitspreis mit einem zusätzlichen Rabatt (für das Sonnenfenster in den Sommermonaten von 10.00-16.00 Uhr) verstärkt.  190 Euro Ersparnis für Durchschnittskunden

Vergleiche man den neuen Tarif mit jenem aus April 2025 ergibt das laut dem Versorger für einen Durchschnittskunden (3.500 kWh/Jahr) eine Ersparnis von etwa 190 Euro. Das entspreche rund 15,5 Prozent weniger Stromkosten jährlich. 

Reaktionen des offiziellen Niederösterreich

Die Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) erklärte vormittags: "Heute ist ein guter Tag für unsere niederösterreichischen Landsleute. Ich fordere seit längerem, dass der Bund die Gesetze ändern muss, damit die Strompreise weiter gesenkt werden können. Die Botschaft ist angekommen: Der Bund hat mit dem Strommarktgesetz jetzt die Grundlage dafür geschaffen. Darum ist es die logische Konsequenz, dass die EVN diese Chance nützt, um die Tarife weiter zu senken. Mit heute ist das amtlich. Und das ist auch gut so. Ich erwarte mir dadurch nicht mehr und nicht weniger als eine deutliche Entlastung für die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher. Darum geht es mir.“

LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) sagt zum Thema Nr. 1 in Niederösterreich: "Die Menschen spüren Tag für Tag, dass vieles immer teurer wird. Daher sehe ich es als wichtige Aufgabe, das Leben wieder leichter zu machen – auf diesem Weg ist uns jetzt ein Schritt gelungen! Der neue, billigere Niederösterreich-Tarif der EVN kommt, am Ende zählt was auf der Rechnung steht und das muss weniger werden.“  Im Folgenden: So reagiert NÖ-Politprominenz auf EVN-Tarifsenkungen für Private .

SPÖ-Hergovich: "Rückzahlung wäre angebracht"

Besonders scharf formuliert SPÖ NÖ-Landesparteivorsitzender Sven Hergovich: "Drei Jahre lang haben Johanna Mikl-Leitner und Udo Landbauer dabei zugesehen, wie mehr als eine Milliarde Euro von den Taschen der niederösterreichischen Familien und Betriebe als Übergewinne zur EVN gewandert sind. Drei Jahre in denen die SPÖ NÖ unermüdlich für leistbare Energie, eine Rückgabe der Übergewinne und eine Einschränkung der grotesk hohen Managergehälter gekämpft hat. Jetzt ist der Druck zu groß geworden und die Preise sinken endlich." Es sei "skandalös, dass die Preissenkung erst im April erfolgt. Die vielen Haushalte, die mit Strom heizen, werden nun also noch die ganze Heizperiode grotesk hohe Preise bezahlen müssen. Gerade bei den eisigen Temperaturen derzeit und dem dadurch erhöhten Energiebedarf ist das unzumutbar. Eine Tarifänderung muss jedenfalls schon am 1. Februar erfolgen.“ Die Vergangenheit könne nicht ungeschehen gemacht werden: "Mehr als eine Milliarde Euro wurde in den vergangenen Jahren zu viel verlangt. Eine Rückzahlung beispielsweise in Höhe eines Energieschecks von 600 Euro für alle Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher wäre das Mindeste.“ 

FPÖ-Landbauer: "Keine Tricks, kein Tarifdschungel und volle Planungssicherheit"

FPÖ-Landesparteiobmann LH-Stellvertreter Udo Landbauer sagt zur Prima Causa: "Wenn Strom billiger wird, dann muss die Entlastung bei unseren Familien auch ankommen. Es darf nicht sein, dass etwas als günstige Energie verkauft wird, die am Ende wegen komplizierter Bedingungen oder zeitlicher Befristungen erst wieder im Sand verläuft. Keine Tricks, kein Tarifdschungel, sondern einfach billiger Strom und Planungssicherheit. Das muss die EVN liefern.“

Landbauer warnt vor einem neuen Tarifdschungel. "Sommerpreis, Herbstpreis, Sondermodell und am Ende trifft es wieder die Bevölkerung. Energiepreise müssen billig, einfach und nachvollziehbar sein, alles andere ist inakzeptabel.“ Gerade von einem mehrheitlich landeseigenen Unternehmen fordert Landbauer Verlässlichkeit. "Die Niederösterreicher wollen einfache, nachvollziehbare Tarife, die langfristig gelten. Nicht ein Modell, das heute beworben wird, morgen schon wieder ganz anders ist und in einem Jahr überhaupt wieder verschwindet. Die Niederösterreicher brauchen keinen teuren Etikettenschwindel.“

NEOS-Müller: "Dividende für Ausbau Erneuerbarer Energien verwenden"

NEOS-Energiesprecher Christoph Müller schließlich sagt: "Die Senkung der Strompreise zeigt, dass die Reformen der Bundesregierung Wirkung zeigen. Wir NEOS haben in diesem Prozess darauf gedrängt, dass wir mit dem ElWG einen modernen Rechtsrahmen für eine dezentrale, erneuerbare und günstigere Stromversorgung bekommen. Von der Landeshauptfrau erwarten wir, dass sie im eigenen Wirkungsbereich tätig wird. Das Land kassiert 80 Millionen Euro Dividende von der EVN. Die müssen für den Ausbau der erneuerbaren Energien und nicht zum Stopfen der schwarzen Budgetlöcher im Land verwendet werden.“

Grüne-Krismer: "erbärmliche PR-Show"

„Erbärmlich“ nennen die Grüne Klubobfrau Helga Krismer das aktuelle Vorgehen der schwarz-blauen Landesregierung in Niederösterreich: "Während die Grünen auf Bundesebene mit dem Elektrizitätswirtschaftsgesetz echte Preissenkungen durchgesetzt haben, beschränkt sich die ÖVP NÖ mit Johanna Mikl-Leitner und Stephan Pernkopf auf Forderungen und Schulterklopfen. Trotz der 51-prozentigen Mehrheit des Landes an der EVN habe Schwarz-Blau bisher keinen eigenen Beitrag zu Tarifsenkungen geleistet. Dass die Landesregierung nun so tut, als wäre die Senkung der Stromabgabe ihr Verdienst, sei ein durchschaubares Ablenkungsmanöver von der eigenen Untätigkeit."

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