Freizeitareal

"Südsee" in St. Pölten: Naherholungsgebiet kommt!

Der geplante Hochwasserschutz für den Süden St. Pöltens bringt doppelten Zusatznutzen: die Renaturierung der Traisen und einen "Südsee“ - ein Freizeitareal - für die Bevölkerung. 

Zur Ausgangslage: Die Geschichte der wasserbaulichen Eingriffe an der Traisen reicht weit zurück und lässt sich bis in die Römerzeit zurückverfolgen. Bereits 1817 wurden die ersten umfangreichen Schutzbauten an der Traisen errichtet, bei den Regulierungsmaßnahmen im 20. Jahrhundert nahm der Hochwasserschutz eine immer wichtigere Rolle ein. „Die Traisen ist jedoch über weite Strecken zu stark reguliert. Sie hat eine gute Wasserqualität, fließt aber weitgehend entkoppelt vom umgebenden Ökosystem“, hält Hannes Gabriel, Hydrologe und Geschäftsführer von DonauConsult fest. Die Folgen: Neben einem stark eingeschränkten Lebensraum ein nur geringes Rückhaltevermögen bei Hochwasser. 

© SPÖ St. Pölten

Nachhaltige Abhilfe kann nun eine großzügige Aufweitung des Bettes der Traisen im sogenannten "Altmannsdorfer Bogen“ schaffen. Bürgermeister Matthias Stadler (SPÖ) forciert das Projekt: "Damit haben wir hier nicht nur die Chance, dass die Gefährdung durch Hochwasser der Traisen verringert wird, es können hier auch naturnahe Bereiche geschaffen werden, die dem Wasser ebenso Raum geben wie den St. Pöltnern. Ein entsprechendes Update zu den 2020 erstmals präsentierten Plänen für das auf 10 bis 15 Jahre angesetzte Projekt Südsee könne nun gegeben werden.

Zustand wie vor Regulierung

Von der Ochsenburger Brücke bis zumindest zum Windpassinger Steg soll die Traisen wieder annähernd jenen 200 bis 300 Meter breiten Korridor als Spielraum für ihre natürliche Entwicklung bekommen, den sie vor ihrer Regulierung um 1910 hatte. Die bestehenden Sohlstufen können in der Folge rückgebaut und das für die ökologische Funktionsfähigkeit maßgebliche Fließkontinuum (Durchgängigkeit) mit einem dynamischen Gewässerbett wiederhergestellt werden.  

© SPÖ St. Pölten

Weiter nördlich ist eine großflächige und tief reichende Geländeabsenkung geplant, welche bei Hochwasser zusätzliches Rückhaltevolumen bieten soll. Dabei werden Sohle und Böschungen der Absenkung so gestaltet, dass der darin entstehende "Südsee“ künftig auch für Erholungszwecke genutzt werden kann.

Naherholungsgebiet geplant

Dieser geplante "Südsee“ – von der Wasserfläche etwas kleiner als der Viehofner See – soll sich in der Folge weitgehend natürlich entwickeln können und auch positiv auf den Grundwasserhaushalt und das regionale Klima im Raum St. Pölten auswirken. "Die Maßnahme ermöglicht den Schutz landwirtschaftlicher Flächen sowie mehrerer Wohn- und Wirtschaftsobjekte, verbessert die Erreichbarkeit bei Extremhochwasser, reduziert Grundwasseranstiege in Siedlungsnähe und schafft eine klare Abgrenzung des primären Vorlandabflussraumes der Traisen“, resümiert St. Pöltens Stadtoberhaupt.

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