Die Denkmalschutzmedaille wird jährlich vonseiten des Bundesdenkmalamtes für besonderes Engagement im Denkmalschutz verliehen. Im Herbst ging sie an ein Ehepaar aus der Wachau für die Restaurierung eines Bürgerhauses in Emmersdorf an der Donau (Bezirk Melk).
Vom Spätmittelalter bis ins 19. Jahrhundert hat das Haus unterschiedliche Erweiterungs- und Ausgestaltungsphasen erlebt. Diese Geschichte, auch der Bauphasen, ist durch die Restaurierung erlebbar geworden, zeigen sich die Besitzer und niederösterreichischen Preisträger der Denkmalschutzmedaille stolz.
Familie Fahrnberger hat das Haus gekauft und bis ins Detail originalgetreu restauriert, obwohl das Ehepaar dort gar nicht wohnt. Zum Erhalt des Hauses wird es nun vielfältig genutzt: Wohnen, Tourismus und Gastronomie finden darin Platz.
Alte Räume als Urlaubsappartements
Für den Präsidenten des Bundesdenkmalamtes Christoph Bazil ist die Leistung des Ehepaares „außergewöhnlich und stimmig bis ins Detail“. Das Haus verbinde moderne Elemente mit historischer Substanz. Die vielen baulichen Schichten sind exemplarisch sichtbar geblieben, etwa an den Wänden. Besonders deutlich zeigt sich das in Räumen aus dem 19. Jahrhundert, die nun als Urlaubsappartements genutzt werden.
Auch die Nachhaltigkeit der Restaurierung in Emmersdorf hebt Bazil hervor, etwa, dass viele historische Baumaterialien aus der Umgebung verwendet wurden, die sich weiter nutzen, reparieren und in die Zukunft führen lassen.
"Viele kreative Köpfe dabei“
Die Schablonenmalerei in leichten Blautönen im Haus hat Besitzer Erwin Fahrnberger selbst gemacht. Erwin und Gabriele Fahrnberger haben sich auch mit historischem Kalkputz und dessen Verwendung auseinandergesetzt. Gemeinsam mit Handwerkern verschiedener Gewerke wurde originalgetreu bei der Restaurierung zusammengearbeitet.
Für den Projektbetreuer beim Bundesdenkmalamt, dem stellvertretenden Landeskonservator für Niederösterreich, Gerold Eßer, ist das Haus einerseits „typisch für die Wachau“, andererseits aufgrund der gefunden Ausstattungsmerkmale auch „herausragend“.
Kulinarischer und sozialer Treffpunkt
Wie man ein solches Baudenkmal auch belebt, zeigen die Fahrnbergers ebenfalls vor: Neben einem Urlaubsappartement ist ein Teil auch als permanente Wohnung vermietet. Ein weiterer Teil ist als Kaffeehaus verpachtet. Das bringt auch öffentliches Lebens ins Haus und ermöglicht einen kulinarischen und sozialen Treffpunkt in Emmersdorf an der Donau.