261 Meter hohe Türme, Kahlschlag im Herrschaftswald, kilometerlange Kabeltrasse - und das droht mitten in einem der wichtigsten Wildtierkorridore Österreichs!
Jetzt schlägt die Region Alarm! WEB MEIS und EVN wollen sieben mächtige Windkraftanlagen im Herrschaftswald bei Kattau errichten - bis zu 261 Meter hoch. Doch damit nicht genug: Weil der Strom nicht vor Ort ins Netz eingespeist werden kann, muss eine kilometerlange Kabeltrasse her, die sich quer durch die Region zieht - durch Sigmundsherberg, Pulkau, Zellerndorf, Röschitz, Eggenburg, Retz, Pernersdorf und Burgschleinitz-Kühnring. Betroffen sind also nicht nur die Anrainer in Meiseldorf, sondern ganze acht Gemeinden!
Im Bild Windräder im Raum Bruck an der Leitha.
Und der Widerstand wächst. Die Initiative "Windkraftfreies Meiseldorf" lädt am 17. April um 18.30 Uhr zur großen Informationsversammlung ins Gasthaus Haller in Rodingersdorf- denn die Bedenken sind massiv.
Kahlschlag im Schutzwald
Das Herzstück des Problems: Die Anlagen sollen mitten in einem geschlossenen Waldgebiet entstehen. Für Fundamente, Kranstellflächen und Infrastruktur müssten dauerhaft wertvolle Waldflächen gerodet werden. Die Folgen wären verheerend, befürchten Anrainer - Bodenverdichtung, Schäden am Mikroklima und massive Auswirkungen auf angrenzende Feuchtbiotope wie die sensiblen "Filzwiesen".
Wildtiere in höchster Gefahr
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Noch brisanter ist die Lage für die Tierwelt. Das Obere Pulkautal ist ein entscheidender Ost-West-Korridor zwischen dem "Grünen Band" an der tschechischen Grenze, dem Nationalpark Thayatal und den NÖ Kalkalpen. Fernwanderwege von Wildtieren würden zerschnitten - über Staatsgrenzen hinweg! Im Gebiet leben hochgradig gefährdete Fledermausarten wie die Mops- und die Bechsteinfledermaus. Schwarzstorch, Uhu und Raufußkauz brüten hier. BirdLife hat die Zone bereits 2013 als Ausschlusszone eingestuft. Und laut örtlichen Jägern befindet sich zwischen Walkenstein und Pulkau einer der bedeutendsten Brunftplätze des Damhirsches in ganz Niederösterreich!
Die Anrainer handeln jetzt – denn die Frist läuft ab!
Alle Betroffenen haben noch bis zum 4. Mai 2026 die Möglichkeit, schriftlich Einspruch zu erheben. Einsendungen sind möglich an:
Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung Umwelt- und Anlagenrecht (WST1), Landhausplatz 1, Haus 16, 3109 St. Pölten
Auf jeden Fall gilt für Betroffene, nicht den Info-Termin am 17. April um 18.30 Uhr im Gasthaus Haller in Rodingersdorf zu versäumen.