Tempo-Test
A1 unter der Tempo-Lupe
100, 130 oder gar 160 – welches Tempo verträgt die ausgebaute Westautobahn? ÖSTERREICH macht den Praxistest zwischen Enns und Thalgau.
Kilometerzähler auf Null, Stoppuhr ein. Los geht’s. Bei St. Valentin an der niederösterreichischen Grenze startet die Fahrt durch das Bundesland. Robert Loy hält die Tachonadel konsequent auf 100 km/h, Michaela Baumgartner fährt mit regulären 130 und Erich Petschenig bolzt, wo es geht, mit 160. Bald nach dem Start folgt die erste Ernüchterung für den Raser: Vom Ebelsberger Berg bis zum Knoten Haid herrscht schon jetzt Tempo 100.
Ärgernis Lärmschutz
Unmittelbar danach öffnet sich die Autobahn zu befreienden drei Spuren. Doch die Freude darüber währt nur kurz. Auf den 115 Kilometern bis in das Salzkammergut heißt es immer wieder bremsen – auf den vier Baustellen sogar auf 60. Geschwindigkeitsrausch kommt da nicht wirklich auf.
Zwei Radarkästen bremsen obendrein. Dafür wurde die Section Control zwischen Haid und Sattledt nach Kärnten verfrachtet. Ein anderes Ärgernis: Eine beinahe schon durchgehende Lärmschutzwand lässt keine Aussicht auf die Landschaft zu. „Das ermüdet“, findet Tempo-100-Fahrer Loy.
Er blickt auf die Uhr: 14.18 Uhr. Abfahrt Regau. Endlich ist die 13 Kilometer lange Baustelle geschafft. Die beiden anderen sind schon um ein gutes Stück weiter. Aber Zeit ist Geld: Während 130-Tester Petschenig der Tanknadel beim Fallen zusehen kann, benötigt Loy nur 6,8 Liter auf 100 Kilometer.
Kurz vor der Abfahrt Thalgau verabschiedet sich Oberösterreich und beginnt Salzburg. Stoppuhr aus, Kilometerstand notiert. Die Ergebnisse: Mit 160 km/h ist die Strecke in 53 Minuten zu schaffen. Michaela Baumgartner ist nach 63 Minuten am Ziel. Und unser Kandidat für gemächliches Fahren trudelt nach weiteren zehn Minuten ein.
Wenig Unterschied
Um sage und schreibe zehn Minuten Zeitdifferenz geht es also, wenn Oberösterreich mit Tempo 130 oder 100 durchquert wird. Eher wenig im Vergleich zu der Lautstärke der Tempodiskussion.
Fotograf Erich Petschenig drückt aufs Tempo - und ist in 53 Minuten am Ziel.
115 Kilometer in 63 Minuten: ÖSTERREICH-Redakteurin Michaela Baumgartner mit 130.
Konsequent Tempo 100: Robert Loy fährt die 115 Kilometer auf der A1 in 73 Minuten.
Von Gerhard Marschall/ÖSTERREICH
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