Drama um Welpe "Jimmy"
Hund Tag und Nacht auf Balkon gesperrt
OÖ. Das traurigste Tierschicksal (mit hoffentlich baldigem Happy End) spielte sich in Ried im Innkreis ab: Als Welpe am illegalen Hundvermittlungsmarkt gekauft, kam der kleine Rüde „Jimmy“ zu einem Hundehalter, der sich als herzloser Wärter entpuppte. Das Gefängnis: der Balkon einer Unterkunft im dritten Stock einer Wohnhausanlage in Ried im Innkreis. Dort hielt ein Mieter mit Migrationswurzeln den Welpen mindestens ein halbes Jahr Tag und Nacht in „Open-Air-Haft“ – und das auch im Winter bei Minustemperaturen!
Dem nicht genug, beschätigte sich niemand mit dem Dogo Argentino, und obwohl diese Rasse besonders viel Auslauf braucht, war keiner je mit ihm draußen. Lange verschlossen die Nachbarn wohl die Augen vor dem Tier-Drama, doch dann machte „Jimmy“ immer öfter auf sich aufmerksam, und wie man auf Fotos erkennen kann, sehnte sich auf die Natur, auf Spaziergänge, nach verspielter Nähe – und aufs Gassigehen.
Dogo Argentino blüht bei Tierschützern richtig auf
Apropos: Erst als die Extremente zu den Nachbarn runtertropften, wandten sich die Anwohner an die Behörden und meldeten den krassen Fall von Tierquälerei. und der groß gewachsene Junghund übersiedelte zur Pfotenhilfe in Lochen in der Grenzregion von Oberösterreich zu Salzburg, wo der Dogo sich in kürzester Zeit erholte und sich zu einem „entzückenden verschmusten Hund entwickelte, der sich physisch und psychisch mittlerweile recht gut erholt ist“, so Jürgen Stalder vom Tierschutzhof der Pfotenhilfe.
Nach der gesetzlichen Frist von 60 Tagen erloschen alle Besitzrechte des angezeigten Tierhalters- bzw.Quälers und „Jimmy kann jetzt vergeben werden. In diesem (speziellen) Fall sollte der neue Halter aber schon einige Erfahrung im Umgang mit (Listen-)Hunden haben.
(kor)
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