Im Pongau in Salzburg

Totes Baby - Mutter legte es in Spind

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Nach Geburt auf Toilette - Mutter war in psychischem Ausnahmezustand.

Einen Fall von mutmaßlicher Kindestötung hat heute, Dienstag, die Sicherheitsdirektion Salzburg veröffentlicht: Eine etwa 35 Jahre alte Frau soll am Karfreitag ihr Baby nach der Geburt in einen Sack gesteckt und dann in einen Spind gelegt haben. Eine gerichtsmedizinische Obduktion des im Pongau tot aufgefundenen Kindes hat heute ergeben, dass der Bub noch wenige Minuten nach der Geburt gelebt hatte. Die Frau wird angezeigt.

Psychischer Ausnahmezustand
Die Österreicherin dürfte sich zum Zeitpunkt der Geburt am 6. April in einem psychischen Ausnahmezustand befunden haben. Sie brachte das Kind auf einer Toilette ihrer Arbeitsstätte zur Welt. "Kolleginnen haben Blutspuren gefunden und die Rettung alarmiert", sagte Polizeisprecher Anton Schentz.

Die Betroffene wurde mit starken Unterleibsblutungen in ein Pongauer Krankenhaus gebracht. Die Ärzte schöpften Verdacht und verständigten die Exekutive. Das tote Baby wurde schließlich in dem kleinen Kasten gefunden. Es ist vermutlich in der 30. Schwangerschaftswoche geboren worden. Dem Obduktionsbericht zufolge war das Neugeborene noch nicht ganz reif, jedoch lebensfähig und wies keine Missbildungen auf.

Die Staatsanwaltschaft sei jetzt mit der Causa befasst, hieß es seitens der Polizei. Die Frau wird derzeit auch psychologisch betreut.

Für Aufsehen hat im Dezember 2007 ein tragischer Fall von Kindestötung in einem Salzburger Bordell erregt: Eine damals 18-jährige Prostituierte hatte ihr Kind auf der Toilette des Clubs zur Welt gebracht. Sie wickelte den Buben in ein Handtuch und warf ihn - verpackt in einen Plastiksack - aus dem Fenster. Das Baby kam nach dem Sturz aus acht Meter Höhe ums Leben. Die junge Frau wurde im Oktober 2008 am Landesgericht Salzburg rechtskräftig zu zehn Monaten Haft auf Bewährung wegen "Tötung eines Kindes nach der Geburt" verurteilt.

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