Skandal um 
Toten im AKH

Vermisster Diabetiker

Skandal um 
Toten im AKH

Der Fall eines 47-jährigen Diabetikers, der vermisst wurde, wirft immer mehr Fragen auf.

Sonntagnachmittag meldete ein Arzt: Ein gewisser Slobodan B. sei am Samstag um 19.30 Uhr im AKH verstorben. Nach einer Woche künstlichen Tiefschlafs.

Slobodan B. ist der Mann, nach dem seine Familie verzweifelt gesucht hatte. Eine ganze Woche lang. Seit dem 10. August. Da hatte er das Haus mit den Worten „Ich hole mir noch schnell ein Bier“ verlassen und kam nicht wieder.

Eine ganze Woche lang Bangen und Suchen
Der 47-Jährige war Diabetiker, litt an Bluthochdruck, seine Medikamente waren für ihn lebensnotwendig. Die Polizei tat alles, was in einem solchen Fall zu tun ist: Handypeilung, ja sogar Rettungshunde wurden eingesetzt. Erfolglos.

Gesuchter hatte E-Card und Führerschein bei sich
Und selbstverständlich wurden die Krankenhäuser angerufen. Ob jemand einen Unbekannten, der auf die Beschreibung Slobodan B.s passte, aufgenommen hatte? Unter anderem das AKH. Dreimal fragten die Beamten nach, dreimal bekamen sie ein Nein als Antwort.

In Wahrheit war Slobodan B. am 10. August von einer Rettung des AKH gegen 3.40 Uhr am Julius-Tandler-Platz aufgefunden worden. Mit einer Kopfverletzung. Anwalt Marcus Januschke, Experte für Patientenrechte, ist erstaunt: „Da der Patient Ausweisdokumente bei sich trug, gibt es keine vernünftige Erklärung, warum man weder Polizei noch Familie über seine Aufnahme verständigt hat. Mehr noch, das Spital muss Angehörige oder Polizei verständigen.“

Die Pflegedirektorin Sabine Wolf am Montag auf Nachfrage von ÖSTERREICH: „Wir sind noch am Recherchieren, gestehen aber ein, dass hier ein bedauerlicher Fehler passiert ist.“

V. Kofler



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