Sniper

Warten auf Gutachten

Sniper-Prozess startet Jänner 2012

Lukas G. (20) und Raphael R. (20) stehen demnächst vor dem Kadi.

Als gefürchtete Sniper versetzten sie im vergangenen September ganz Wien in Angst und Schrecken. Durch Schüsse aus einem fahrenden Auto heraus wurden insgesamt 24 Menschen verletzt. Jetzt steht das Duo bald vor dem Kadi. Wie aus Justizkreisen durchsickerte, findet der Prozess gegen die vermeintlichen Schützen voraussichtlich Ende Jänner 2012 statt.

„Das Schieß-Gutachten des Experten Ingo Wieser steht zwar noch aus, soll aber demnächst auf dem Tisch liegen. Dann wird die Anklageschrift fertiggestellt“, erzählt ein Justizmitarbeiter hinter vorgehaltener Hand.
Haft. Was droht den Snipern? Kommt bei dem Schieß-Gutachten heraus, dass durch die Schüsse Lebensgefahr bestand, könnten die Burschen bis zu fünf Jahre hinter Gitter wandern. Sonst maximal ein Jahr.

Wie berichtet, hatte das Duo als „Wiener Sniper“ für Schlagzeilen gesorgt. Die ehemals besten Freunde hatten mit einer Beretta-92-Luftdruckpistole auf alles geschossen, was ihnen Spaß machte. Die Ermittler fassten die beiden nach intensiver Fahndung erst einige Wochen später. Lukas G. und Raphael R. wanderten in U-Haft, saßen 52 Tage ein und kamen Mitte November bis zu ihrem Prozess wieder frei.

Vorwürfe
Die beiden belasten sich inzwischen gegenseitig. Lukas G. (vertreten von Verteidiger Florian Kreiner) gibt zwar zu, geschossen zu haben, doch er beteuert, dass auch Raphael R. geballert haben soll. Der hingegen – vertreten von Top-Anwalt Normann Hofstätter – will nur das Auto gelenkt, aber auf keinen Fall geschossen haben. Die Freundschaft der beiden ist längst zerbrochen.

Blöde Idee
Ein Motiv steht noch aus. „Ich kann mir überhaupt nicht erklären, warum ich überhaupt auf so eine blöde Idee gekommen bin“, sagte Lukas G. zu ÖSTERREICH. Und: „Ich weiß nur eins, es tut mir alles sehr leid.“



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