So lief die Sisi-Entführung

"Scherz" der "Bild"

So lief die Sisi-Entführung

Es war doch keine Nacht- und Nebel-Aktion, sondern ein geplanter „Einbruch“.

Das ist deutscher Humor. Die Aufregung war groß, als Bild Online Dienstagabend berichtete, dass aus dem Sisi-Museum in der Wiener Hofburg das Bildnis der legendären Kaiserin geklaut worden war.

Die „beruhigende“ Auflösung folgte und stand auch bereits gestern in ÖSTERREICH. Das Ganze war eine PR-Aktion von Bild-Reportern. Die hatten österreichisches Kulturgut gegen ein Foto ihrer deutschen Kanzlerin Angela Merkel ausgetauscht und drehten mit. Das Video wurde zum Internet-Hit.

Die Museumsleitung war über den inszenierten Coup informiert. „Man ist an uns vonseiten der Bild-Zeitung herangetreten. Wir waren zuerst skeptisch, wollten aber dem Scherz nicht im Wege stehen“, sagt Olivia Lichtscheidl, Kuratorin des Sisi-Museums.

Reporter »stahlen« nur eine billige Kopie
Aber: Die Kunstwerke seien nie einer Gefahr ausgesetzt gewesen. Die deutschen Reporter stahlen nur eine billige Kopie. Das Merkel-Foto bleibt trotzdem in Wien. „Es bekommt einen Platz in unserem Büro, als Andenken“, so Franz Tragner von der PR-Agentur des Museums.

Österreich schmunzelt über den Coup. Auf Facebook schreibt ein Nutzer: „Damit beweisen die Piefke, dass sie doch etwas Humor haben. Bravo!!!“
Die Aktion war eine Retourkutsche. Vor elf Tagen stahlen Tiroler den Gipfel der Zugspitze – eine Werbeaktion für eine heimische Modellbaumesse.

"Bild"-Reporterin: "Wir wollten eure Kaiserin stehlen"

Eine der „Bild-Aktivisten“ 
schildert, wie die Entführung abgelaufen ist:
Nach der hinterhältigen Aktion mit der gestohlenen Zugspitze hatten wir den Plan einer Rache. Wir überlegten, was die Deutschen den Österreichern klauen könnten. Die Antwort: Kaiserin Sisi (kam ja schließlich aus Bayern).

Wir sprachen mit der Museumsleitung. Die waren einverstanden. Der Termin wurde ausgemacht, der genaue Ablauf besprochen.

Montag, 18 Uhr, die Alarmanlage war ausgeschaltet: Einer meiner Kollegen hatte sich drinnen versteckt. Nachdem das Museum gesperrt wurde, öffnete er von Innen die Tür. Bewaffnet waren wir mit drei Kameras und einem Bild von unserer Kanzlerin, als Ersatz für die Kaiserin.

"Wir hatten alles mit dem Museum besprochen"                                                               In Franzls Arbeitszimmer nahmen wir das Sisi Bild vorsichtig von der Staffelei, wickelten es in Folie ein. Dann stellten wir das Foto von Angela Merkel auf den Platz. Geschafft! Auf diesen Erfolg köpften wir eine Flasche Sekt – der heikelste Moment. Nichts durfte auf dem wertvollen Boden verschüttet werden …


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