Mindestens 10 Kinder

Steiermark will zu separat geführten Vorschulklassen zurückkehren

20 Schulstandorte bringen zurzeit bauliche Voraussetzungen mit.

Stmk. Die Steiermark kehrt wieder stärker zum System des separaten Vorschulunterrichts zurück. Mit kommendem Schuljahr haben Volksschulen auf freiwilliger Basis die Möglichkeit, für Kinder mit verzögertem Entwicklungsstand getrennt geführte Vorschulklassen einzurichten. Laut Vorerhebung kommen aktuell rund 20 Schulen aus baulicher Sicht in Frage. Die Mindestgruppengröße betrage zehn Kinder, hieß es am Montag im Pressegespräch in Graz mit Bildungslandesrat Stefan Hermann (FPÖ).

Der Unterricht nach Vorschullehrplan ist für Kinder gedacht, deren Entwicklungsstand verzögert ist (etwa bei Aufmerksamkeitsvermögen, Sprachverständnis, Grob- und Feinmotorik, sozial-emotionale Reife) oder die dem Unterricht der ersten Schulstufe nicht ohne besondere Sprachförderung folgen können. Steiermarkweit wurden rund 0,5 Prozent für die Vorschule eingestuft, während es österreichweit durchschnittlich elf Prozent sind.

Bisher integrative Förderung im Fokus

In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurde in der Steiermark auf integrative Förderung gesetzt: Somit wurden Kinder mit Entwicklungsrückständen in der Regel in einer ersten Klasse Volksschule aber nach dem Vorschullehrplan unterrichtet. Österreichweit saßen laut dem letzten Nationalen Bildungsbericht rund sechs Prozent der für eine Vorschule eingestuften Kinder in separat geführten Vorschulklassen. Das soll nach der Vorstellung der blau-schwarzen Koalition in der Steiermark in diese Richtung gehen.

Denn "die gleichzeitige Führung im Klassenverband ist schwierig umsetzbar, beziehungsweise nur teilweise erfüllbar", wie FPÖ-Landesrat Stefan Hermann am Montag sagte. "Um gleiche Chancen zu haben, braucht es manchmal ein wenig mehr an Unterstützung. Und um den Kindern die Möglichkeit zu geben, besser durchstarten zu können, war die separate Führung der Klassen vor der Wahl eine klare Forderung meiner Partei", zeigte sich auch Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom (ÖVP) überzeugt.

In der Vergangenheit seien immer wieder sowohl Schulen als auch Eltern an die Bildungsdirektion mit dem Wunsch von separaten Vorschulklassen herangetreten, betonte Schulqualitätsmanagerin Petra Pieber aus der Bildungsdirektion. "Integrativ ist nicht das Non-Plus-Ultra und es wurde nicht eingeführt, damit alle in ein Korsett gesteckt werden", betonte auch Ilse Schmid, Präsidentin vom Elternverein Steiermark, die ebenfalls die separate Führung befürwortete.

Mindestanzahl zehn Kinder pro Klasse

Welche Schulen diese separaten Klassen anbieten werden, werde sich in den kommenden Wochen und Monaten klären. Zumindest brauche es zehn Kinder, um solche Klassen zu führen. Schulen müssen von sich aus das Interesse nach solchen Klassen bekunden und Eltern bleibe selbstverständlich die Wahl, ob und in welcher Form die Kinder den Vorschulunterricht besuchen. Nach dem Besuch der Vorschulklasse kann das Kind dann automatisch in die erste Klasse Volksschule kommen. Dies wird als neuntes Schuljahr angerechnet, erläuterte Pieber weiter.

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