Schwerer Betrug

"Love-Scam" - Tirolerin über 350.000 Euro herausgelockt!

Eine Notstandshilfebezieherin brauchte ihr eigenes Vermögen auf und nahm im Laufe der Jahre immer mehr Kredite auf, um einen angeblichen US-Soldaten, in den sie offenbar unsterblich verliebt war, zu unterstützen. 

Kufstein. Eine 57-jährige Frau aus dem Tiroler Bezirk Kufstein hat seit dem Jahr 2021 im Zusammenhang mit Love Scam-Betrügereien über 350.000 Euro verloren. Die Frau, die seit Jahren Notstandshilfebezieherin ist, wendete zunächst ihr eigenes Vermögen auf und nahm Kredite auf. Als sie über kein Guthaben mehr verfügte, half ihr eine Angehörige aus, die dafür ihr Haus samt Grundstück verkaufen musste, berichtete die Polizei am Freitag. 

Die 57-Jährige hatte die vermeintlichen Partner über eine Dating-Plattform auf Facebook kennengelernt. Die Täter gaben sich einmal als US-Soldat im Einsatz in Afghanistan aus, ein anderes Mal als Schauspieler einer bekannten US-Krimi-Serie. Beide bauten über Jahre hinweg eine emotionale Beziehung zu der Frau auf, hieß es. Trotz jahrelanger Liebesbekundungen sei es nie zu einem persönlichen Treffen gekommen. Geldforderungen wurden laut Exekutive wiederholt mit angeblichen Zollproblemen, angeblicher Haft sowie familiären Notlagen begründet. Von 2021 bis 2026 wurden daraufhin über 350.000 Euro überwiesen.

Die Frau war ursprünglich selbst ins Visier der Ermittler geraten. Im Jahr 2024 wurde gegen sie aufgrund auffälliger Geldüberweisungen in Höhe von mehreren hunderttausend Euro an verschiedene Drittkonten wegen des Verdachts der Geldwäsche ermittelt. Ende 2025 stellten die Behörden weitere Überweisungen von insgesamt über 170.000 Euro an unterschiedliche Konten im In- und Ausland fest. Nach monatelangen Ermittlungen durch die Task Force Sozialleistungsbetrug stellte sich schließlich heraus, dass die 57-Jährige nicht Verdächtige, sondern Opfer eines Trickbetruges geworden war.

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