Öffi-Hauptstadt

75 Prozent der Wiener Haushalten haben eine Öffi-Jahreskarte

Während das Auto für viele zur teuren Last wird, setzen Wiens Haushalte immer stärker auf U-Bahn, Bus und Bim. Bereits 75 Prozent der Haushalte haben mindestens eine Öffi-Jahreskarte.

In Wien ist das Auto längst am Abstellgleis gelandet. Mittlerweile besitzen satte 75 Prozent der Wiener Haushalte zumindest eine Öffi-Jahreskarte, wie eine VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt.  Das macht die Bundeshauptstadt zum einsamen Spitzenreiter im ganzen Land. Während in der Metropole drei von vier Haushalten auf Jahreskarten setzen, liegt der Schnitt in den restlichen Bundesländern bei lediglich 30 Prozent.

Salzburg und Tirol folgen

Der Trend zum Umstieg ist aber in ganz Österreich spürbar. Die Zahl der Haushalte mit Jahreskarten kletterte landesweit von 1,35 auf 1,68 Millionen nach oben. Hinter dem Primus Wien sicherte sich Salzburg mit 36,5 Prozent den zweiten Platz im Ranking. Nur hauchdünn dahinter folgen Tirol und Vorarlberg auf den weiteren Plätzen. In Wien selbst stieg die Zahl der ausgegebenen Karten seit dem Jahr 2019 um fast ein Viertel an.

"In Zeiten steigender Spritpreise schont der Umstieg auf den öffentlichen Verkehr das Geldbörserl massiv", rechnet VCÖ-Experte Michael Schwendinger vor. Der preisliche Unterschied ist gewaltig. Legt man das amtliche Kilometergeld zugrunde, kommt man mit dem Auto für den Preis einer Wiener Jahreskarte gerade einmal 922 Kilometer weit. Das entspricht oft nur der Fahrleistung eines einzigen Monats hinter dem Steuer, verdeutlicht der Experte.

Turbo für die Pendler-Strecken

Trotz der Rekordzahlen sieht die Mobilitätsorganisation noch viel Luft nach oben. Vor allem die Verbindungen zwischen der Stadt und dem Umland müssen dringend verbessert werden. Hier gibt es für die vielen Pendler noch immer einen großen Aufholbedarf. Der Fokus liegt dabei auf einem schnelleren Ausbau des Angebots, um die Wiener Linien und die S-Bahnen weiter zu entlasten.

"Eine Lehre aus der aktuellen Erdölabhängigkeit muss die rasche Verringerung des Verbrauchs im Verkehr sein", fordert Schwendinger. Als Lösung schlägt er unter anderem Schnellbusse vor, die auf eigenen Spuren sogar die Autobahnen nutzen könnten. Solche Systeme sind international bereits ein großer Erfolg. Durch die hohe Kapazität der Busse und einen dichten Takt ließen sich die täglichen Staus bei den Stadteinfahrten nachhaltig reduzieren, verspricht der Fachmann.

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