200+ Traktoren
Bauern-Demo legt Wiener City lahm
Zu den Protesten hatte der neu gegründete Verein "Bündnis Zukunft Landwirtschaft" aufgerufen. Gefordert wird unter anderem eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung bei verarbeiteten Lebensmitteln und "den Abbau bürokratischer Hürden". Die Kundgebung startete um 13.00 Uhr vor dem Landwirtschaftsministerium, später ging es zur Abschlusskundgebung vor dem Parlament.
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Verkehrs-Chaos in Wiener City
Schon vor dem offiziellen Beginn der Demonstration mit mehr als 200 Traktoren kam es in der Wiener City und Zufahrtsstraßen zu Verkehrsverzögerungen. Um 14.30 Uhr ging es dann los – die Traktor-Konvois rollten durch die Innenstadt – Autofahrer mussten Geduld beweisen. Die Öffis waren ebenfalls eingeschränkt. So etwa die Bim-Linien 1 und 2. Das Ende der Demo soll 16.30 Uhr sein.
Die Organisatoren sprachen von mehr als 200 Traktoren, die an dem Demozug entlang der Ringstraße teilnahmen. Im Vorfeld der Demonstration hatten Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP), der ÖVP-Bauernbund, die FPÖ und die Umweltschutzorganisation Greenpeace Verständnis für die Anliegen der Bauern gezeigt. "Wir agieren überparteilich und wollen uns nicht parteipolitisch vereinnahmen lassen", sagte Vereinsgründer Sebastian Bauer zur APA. Man richte die Forderungen unter anderem an das Landwirtschafts-, Wirtschafts- und Gesundheitsministerium, so der Bauernvertreter. Der Verein mit Sitz in Pamhagen (Neusiedl am See) wurde Anfang März ins Vereinsregister eingetragen.
Neues Bündnis für "Schulterschluss" der Agrar-Interessensvertretungen
Angesichts steigender Kosten für Diesel und Dünger sowie stagnierender Preise für landwirtschaftliche Produkte sieht das "Bündnis Zukunft Landwirtschaft" die Existenz "vieler Höfe gefährdet". Ziel der Versammlung sei "ein gemeinsamer Schulterschluss der landwirtschaftlichen Interessenvertretungen, um auf die angespannte wirtschaftliche Lage der Betriebe aufmerksam zu machen".
Die vom "Bündnis Zukunft Landwirtschaft" geäußerten Forderungen sind für Landwirtschaftsminister Totschnig "völlig berechtigt". Er habe mit den Organisatoren der Kundgebung bereits am vergangenen Freitag im Landwirtschaftsministerium über diese Anliegen gesprochen. Totschnig hatte zuletzt die Wiedereinführung der Ende 2025 ausgelaufenen Diesel-Steuerbegünstigung für Landwirte und ein Aussetzen der CO2-Grenzsteuer auf Düngemittel gefordert.
"Entscheidend ist jetzt der Schulterschluss, damit wir rascher Ergebnisse für unsere Bäuerinnen und Bauern und für die Bevölkerung erzielen", so Bauernbund-Präsident Georg Strasser. Auch die Freiheitlichen unterstützen die Bauernproteste. Die FPÖ stelle "sich zu 100 Prozent hinter die Anliegen der unabhängigen Plattform Bündnis Zukunft Landwirtschaft", so der freiheitliche Landwirtschaftssprecher Peter Schmiedlechner. Greenpeace fordert erneut von Landwirtschaftsminister Totschnig eine verpflichtende Herkunfts- und Haltungskennzeichnung.
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