Nach "Alles gurgelt"
Wien rollt neuen Darmkrebs-Selbsttest aus
In Wien läuft ein großes Programm zur Früherkennung von Darmkrebs an. Als Vorbild gilt die Aktion "Alles gurgelt" aus den Zeiten der Coronavirus-Pandemie. In den kommenden 11 Monaten bekommen rund 540.000 Wienerinnen und Wiener zwischen 45 und 75 Jahren eine Einladung für einen kostenlosen Test direkt nach Hause geschickt. Dieses neue Angebot soll die bestehenden Untersuchungen beim Arzt sinnvoll ergänzen und die Teilnahme an der Vorsorge kräftig ankurbeln. "Mir ist es ein persönliches Anliegen, dass wir Wien zur Vorsorgehauptstadt machen. Nutzen Sie dieses neue und kostenlose Angebot, denn nur so lassen sich zahlreiche Fälle von Darmkrebs rechtzeitig entdecken und schwerwiegende Erkrankungen vermeiden“, betont Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ).
Gratis-Test kommt per Post
Insgesamt leben in Wien rund 700.000 Menschen in der passenden Altersgruppe. Zieht man jene ab, die erst kürzlich bei einer Darmspiegelung waren, bleibt eine Zielgruppe von über einer halben Million Menschen. Das Mitmachen ist komplett freiwillig. Finanziert wird das Projekt mit 7,5 Millionen Euro pro Jahr, wobei sich der Wiener Gesundheitsfonds und die Krankenversicherungsträger die Kosten zu gleichen Teilen aufteilen. "Durch dieses Screening werden Leben gerettet, Leid verhindert und letztlich auch teure Behandlungs- und Folgekosten gespart“, sagt SPÖ-Gesundheitsstadtrat Peter Hacker.
Auch von Seiten der Sozialversicherung kommt volle Unterstützung für die großangelegte Gesundheitsaktion. "Darmkrebs verursacht im Frühstadium oft keine Beschwerden, weswegen die Früherkennung so entscheidend ist“, unterstreicht Agnes Streissler-Führer, die Vorsitzende des Landesstellenausschusses der ÖGK in Wien.
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Befund in wenigen Tagen
Das Screening nutzt einen modernen Stuhltest, den man ganz einfach in den eigenen vier Wänden durchführen kann. Bestellt wird das Set entweder telefonisch über die Gesundheitsberatung 1450 oder online im Internet. Danach wird die Probe in einer der Postfilialen oder bei einem Postpartner abgegeben. Das Labor wertet den schmerzfreien Test innerhalb weniger Tage aus.
Sollte das Ergebnis auffällig sein, wird sofort gehandelt. Wenn bei den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten in Wien nicht binnen zwei Wochen ein Termin frei ist, springen spezialisierte Partner-Spitäler ein. Ein Termin für die Abklärung ist damit innerhalb von 14 Tagen garantiert.
Einladungen werden alphabetisch verschickt
Die Aktion startet im Juni mit einer ersten Testphase für 5.000 Personen. Ab Juli werden dann über zehn Monate verteilt die restlichen Einladungen verschickt, was rund 50.000 Briefe pro Monat bedeutet. Der Versand erfolgt alphabetisch absteigend nach dem Nachnamen. Damit alle Menschen erreicht werden, sind die Schreiben mehrsprachig verfasst - neben Deutsch in Englisch, Türkisch und Bosnisch-Kroatisch-Serbisch. Ein eigenes Expertengremium begleitet das gesamte Projekt fachlich.
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