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Trotz Warnungen

Lebensgefahr auf der Alten Donau: Eisläufer und Selfie-Poser auf dünnem Eis

Trotz eindeutiger Warnungen betreten zahlreiche Menschen derzeit das Eis auf Wiens Naturgewässern. Dabei ist die Gefahr, einzubrechen, größer als viele glauben. Feuerwehr und Behörden sehen mit Sorge auf die aktuelle Entwicklung. 

Viele Menschen zieht es bei den derzeit tief winterlichen Temperaturen aufs Eis. Was aussieht wie ein Wintermärchen, ist in Wirklichkeit lebensgefährlich. Für keines der rund 80 Naturgewässer in Wien gibt es derzeit eine Freigabe zum Eislaufen. "Das Eis schaut oben gleichmäßig aus, aber unten verdünnt warmes Grundwasser die Schicht. Du fährst drüber und brichst ein. Das ist so gefährlich", warnt Gerald Löw, Leiter der MA 45 (Wiener Gewässer), auf Ö1.

Zwei Personen auf dem Eis der Alten Donau – das Handy im Fokus, die Gefahr im Hintergrund. 

Zwei Personen auf dem Eis der Alten Donau – das Handy im Fokus, die Gefahr im Hintergrund. 

© Roman Fuhrich

Eisläufer und Selfie-Szenen

Am Donnerstag zeigte ein Lokalaugenschein von oe24 ein beunruhigendes Bild an der Alten Donau. Zahlreiche Menschen betraten die Eisfläche, einige zogen mit Schlittschuhen ihre Runden, teils mit einem Seil als improvisierte Sicherung. Andere posierten für Selfies und andere Fotos. Im Hintergrund waren stellenweise offene Wasserflächen zu sehen – ein deutlicher Hinweis darauf, dass das Eis keineswegs durchgehend tragfähig war. Die offiziellen Warnungen der Stadt blieben dabei offenbar unbeachtet. 

Manche Eisläufer versuchten sich mit einem Seil abzusichern.

Manche Eisläufer versuchten sich mit einem Seil abzusichern.

© Roman Fuhrich

Die Alte Donau, die Neue Donau und das Kaiserwasser frieren in kalten Wintern regelmäßig zu. Dort wurden auch in den vergangenen Tagen immer wieder Eisläuferinnen und Eisläufer gesichtet. Doch die Eisflächen sind nicht freigegeben. Wer sie trotzdem betritt, riskiert sein Leben. Das Eis ist nicht überall dick genug und damit nicht tragfähig. Besonders an den Uferbereichen ist die Gefahr hoch.

Feuerwehr warnt vor lebensgefährlichen Situationen

"Wenn die Person unter die Eisschicht gerät, kann sie meist nicht mehr allein auftauchen“, erklärt Feuerwehrsprecher Lukas Schauer im Ö1-Interview. Die Berufsfeuerwehr Wien muss in solchen Fällen Taucher losschicken. Schauer empfiehlt, niemals allein aufs Eis zu gehen.

Im Ernstfall solle man sich flach hinlegen, ruhig bleiben und versuchen, sich langsam auf die Fläche zurückzuziehen. Wichtig sei außerdem, sofort den Feuerwehr-Notruf 122 zu wählen und sich die genaue Stelle des Einbruchs zu merken, um den Einsatzort präzise beschreiben zu können.

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