Gewaltsamer Tod von Schülerin († 13)

Mordfall Leonie: Der geheime Ermittlungs-Akt

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Die Polizei hat die letzten Stunden der Schülerin Leonie († 13) rekonstruiert.
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Wien. Zwölf Tage nach dem gewaltsamen Tod von Leonie (13) in einem Gemeindebau in Wien-Donaustadt konnte die Polizei weitere Details über die letzten Stunden herausfinden (der geheime Ermittlungsakt liegt ÖSTERREICH vor). Dass dem Mädchen eine Überdosis Ecstasy ins Glas gemischt wurde und es nachher mehrfach ver­gewaltigt wurde, wird darin bestätigt. Gestorben sein soll Leonie aber nicht nur an der Überdosierung des Suchtgiftes, sondern auch am Gewicht ihrer Peiniger bei der Vergewaltigung.

Im Bericht heißt es: Bei Leonie ist ein Erstickungstod durch Fremdverschulden herbeigeführt worden. Es wurden Kompressionsspuren am Brustkorb festgestellt, die auf den Einsatz eines Knies zurückzuführen sind. Zudem war der Slip, den das Mädchen trug, nicht „funktionskonform“ angezogen.

Verdächtiger: "Notruf der Rettung gewählt"

Irre: Der inhaftierte 16-jährige Afghane, der angab, dass er Leonies Freund ist, trat am Fundort der Leiche als Zeuge auf. Er gab zu Protokoll: „Ich bin hier auf dem Gehsteig gegangen und bemerkte plötzlich eine Dame, welche bei dem Baum liegt. Sie reagierte nicht. Ich habe anschließend mit Herzdruck­massage begonnen und gleichzeitig den Notruf der Rettung gewählt.“

Die drei verdächtigen Afghanen (es gilt die Unschuldsvermutung) widersprechen sich zum Tathergang, bezichtigen sich gegenseitig oder wollen überhaupt nicht vor Ort gewesen sein, als der 13-Jährigen Drogen eingeflößt, sie missbraucht wurde und schließlich erstickte.

Opfer-Anwalt erwägt Amtshaftungsklage

Unter den festgenommenen Tatverdächtigen befinden sich Männer, die einen rechtskräftig negativen Asylbescheid erhalten hatten und sich im Tatzeitpunkt nicht mehr im Land befinden hätten dürfen. Der Anwalt der Familie, Florian Höllwarth, der eine Amtshaftungsklage gegen die Republik erwägt, will nun die Akten des Bundesamts für Fremdenwesen und Asyl (BFA) sowie des Bundesverwaltungsgerichts (BvWG) herbeischaffen. Seinen ersten Informationen zufolge hätten die Asylverfahren der Verdächtigen viel zu lange gedauert. Für ihn hätten die Männer "ein Bedrohungsszenario für die Bevölkerung dargestellt" und sie hätten von den Behörden besser überwacht gehört. "Das bin ich der Familie schuldig, dass das Thema nicht unter den Teppich gekehrt wird."

Mordfall Leonie: Der geheime Ermittlungs-Akt
© Florian HÖLLWARTH

Mutmaßlich vierter Beteiligter ist immer noch flüchtig

Ein mutmaßlich vierter beteiligter Asylwerber (22) ist immer noch flüchtig – ÖSTERREICH berichtete. Er soll sich nach Italien abgesetzt haben.

Unfassbar: Die drei Männer sollen bei der Einvernahme die Schuld sogar dem Opfer gegeben haben. Leonie habe Suchtgift genommen und sei von daheim abgehauen, sollen die Afghanen gesagt haben.

Aus dem Mord wurde für die Justiz inzwischen eine Vergewaltigung mit Todesfolge, was die Einordnung noch komplizierter macht.

Eruiert wurde jetzt auch, dass ein Bekannter in der Tatnacht Leonie um Mitternacht von Tulln nach Wien gefahren hat. Der hatte sie zum Donaukanal gebracht und sie dann aus den Augen verloren. Zwei Stunden später wurde Leonie noch von ­einem Mädchen gesehen, ehe sie mit der U 1 in die Wohnung in der Erzherzog-Karl-Straße gefahren ist – zusammen mit dem 16-jährigen Afghanen.

Das toxikologische Gutachten, das noch fehlt, wird weitere Aufschlüsse über Leonies Tod geben.

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