Mega-Razzia in Wiens Bordellen

76 Anzeigen nach riesiger Polizeiaktion

Mega-Razzia in Wiens Bordellen

23.000 Euro Strafen +++ Vier Frauen festgenommen +++ Verdacht auf Menschenhandel.

Die Wiener Polizei hat bei einer dreitägigen Schwerpunktaktion gegen illegale Prostitution in Wien 76 Anzeigen erstattet. 30 Beamte kontrollierten von Montag bis Mittwoch insgesamt 25 Wohnungen. 18 wurden an Ort und Stelle polizeilich geschlossen, die Vermieter und Eigentümer angezeigt. Vier Frauen, die sich illegal in Österreich aufhielten, wurden festgenommen.

Freier steckten sich mit Sexualkrankheiten an

"Es war die größte Aktion, die es jemals in Wien gegeben hat", sagte Wolfgang Langer, Leiter des Referats für Prostitutionsangelegenheiten. Zuletzt hatten sich vermehrt Freier anonym bei der Polizei beschwert, dass sie sich bei Sexarbeiterinnen mit ansteckenden Krankheiten wie Tripper oder Chlamydien infiziert hätten. Außerdem gab es mehrere Hinweise aus der Szene auf illegale Prostitution von Betreibern legaler Etablissements.
 

Ermittler gaben sich als Kunden aus

Die verdeckten Ermittler gaben sich als Kunden aus. Die Beamten kontrollierten Wohnungen im gesamten Stadtgebiet, die meisten befanden sich in Meidling, Penzing und Rudolfsheim-Fünfhaus, berichtete Langer. Polizeijuristen stellten an Ort und Stelle Strafverfügungen über insgesamt 23.000 Euro aus. Die Beamten fanden auch Marihuana und erstatteten Anzeigen wegen Suchtgiftmissbrauchs.

Insgesamt 76 Anzeigen wegen illegaler Prostitution wurden erstattet - gegen Männer und Frauen im Alter zwischen 22 und 60 Jahren. Die angezeigten Sexarbeiterinnen stammen aus Österreich, Rumänien, Bulgarien, der Slowakei und Tschechien. Zwei Chinesinnen, eine Polin und eine Vietnamesin waren illegal in Österreich, sie wurden der Fremdenpolizei übergeben. Die Chinesinnen hatten keine Ausweise bei sich, hier ermittelt das Landeskriminalamt wegen des Verdachts auf Menschenhandel.

Vermieter wissen oft gar nichts davon

Die Wohnungen wurden teilweise über Internetplattformen vermietet, sagte Langer. In manchen Fällen sei den Vermietern der Zweck bekannt, diese verlangen dann auch mehr Geld. "Manche Vermieter wissen nichts von der illegalen Prostitution und fallen dann aus allen Wolken", berichtete der Kriminalist.

"Wir werden solche Aktionen wiederholen, es ist noch sehr viel zu tun", sagte Langer. Illegale Prostitution in Wohnungen berge immer "ein hohes Gefährdungspotenzial für die Frauen, weil sie allein in den Wohnungen sind". "Auch ihre Kunden müssen wissen, dass Prostitution in solchen Wohnungen verboten ist, ihnen drohen Strafen von bis zu 500 Euro", sagte Langer.
 

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