In zehn Wiener Bezirken dominiert inzwischen das Gehen und Radeln. Mehr als die Hälfte aller Alltagswege legen die Menschen dort aktiv zurück. Eine neue VCÖ-Analyse zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Bezirken.
Bereits in zehn Bezirken legt die Bevölkerung mehr als die Hälfte ihrer Alltagswege zu Fuß oder mit dem Rad zurück. Klarer Spitzenreiter ist die Innere Stadt mit 71 Prozent aktiver Mobilität. Dahinter folgen Mariahilf und Neubau mit jeweils 62 Prozent sowie die Leopoldstadt mit 58 Prozent.
Auch Wieden, Margareten, Landstraße, Ottakring, Josefstadt und Alsergrund überschreiten mittlerweile die 50-Prozent-Marke. Zwischen 2015 und 2019 schaffte das nur die Innere Stadt. Der Anteil aktiver Mobilität hat sich damit deutlich ausgeweitet.
"Ein hoher Anteil der aktiven Mobilität hat vielfache Vorteile. Gehen und Radfahren sind platzsparend, umweltfreundlich, kostengünstig und dank der Bewegung sehr gesund. Bewegungsmangel ist ein zunehmendes Problem. Wer häufig zu Fuß oder mit dem Rad mobil ist, kommt regelmäßig auf eine gesunde Portion Bewegung, stärkt die Gesundheit und beugt zahlreichen Erkrankungen vor", so VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky.
Leopoldstadt führt beim Radeln
Beim Radfahren liegt die Leopoldstadt mit 18 Prozent klar an der Spitze. Dahinter folgen Landstraße mit 16 Prozent und die Innere Stadt mit 14 Prozent. Im Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2024 beträgt der Radverkehrsanteil in Wien 9,5 Prozent.
Über dem Schnitt liegen auch Meidling, Josefstadt, Alsergrund, Ottakring, Wieden, Margareten, Mariahilf, Neubau, Hernals und Brigittenau. Schlusslicht ist Liesing mit vier Prozent.
Innere Stadt geht voran
Wiens fleißigste Fußgängerinnen und Fußgänger wohnen in der Inneren Stadt. Dort gehen die Menschen 57 Prozent ihrer Alltagswege zu Fuß. Mariahilf und Neubau erreichen 51 Prozent, Wieden und Margareten 45 Prozent. Am niedrigsten ist der Anteil des Zufußgehens in der Donaustadt mit 24 Prozent. Insgesamt liegt dort die aktive Mobilität bei 31 Prozent.
- VCÖ startet Fahrgast-Check für Wiens Öffi-Haltestellen
- Wiener Linien planen Tempo-Offensive für Bus und Bim
- Öffi-Hauptstadt: Jeder zweite Wiener lenkt nie ein Auto
"Die Bezirke können mit einer fußgängerfreundlichen Verkehrsplanung ihre Bevölkerung unterstützen, häufiger zu Fuß mobil zu sein. Verkehrsberuhigung, Abkürzungen, etwa durch Durchgänge, breite Gehsteige, übersichtliche Übergänge und Ampelphasen, die mehr Rücksicht auch auf ältere Menschen nehmen", sagt Jaschinsky.
Mehr Maßnahmen für aktive Mobilität gefordert
Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen für eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung und einen stärkeren Ausbau der Radinfrastruktur. Die Zahlen zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Bezirken. Wer in Wien wohnt, entscheidet mit dem Wohnort auch darüber, wie oft er geht oder radelt.