Startschuss für die Wiener Festwochen. Das Festival beginnt heute mit einem Rückblick auf 75 Jahre Kulturgeschichte. Ein besonderer Höhepunkt ist die große Eröffnungsshow mit Patti Smith direkt vor der Hofburg.
Am heutigen Freitag beginnt in Wien die Zeit der großen kulturellen Vielfalt. Die Wiener Festwochen starten ihr Programm in diesem Jahr bereits vor der eigentlichen Eröffnungsfeier. Im Museumsquartier blickt das Stück mit dem Titel "Das beste Stück aller Zeiten“ auf die 75-jährige Geschichte des Festivals zurück. Intendant Milo Rau lässt darin Fans und Kritiker gleichermaßen zu Wort kommen und bringt sogar Ikonen aus der Vergangenheit zurück auf die Bühne.
Parallel dazu verwandelt sich das Badeschiff am Donaukanal in das offizielle Festivalzentrum. Unter dem Namen "Haus der Republik" wird dort ein breites Programm aus Debatten, Konzerten und Workshops geboten. Auch für Kinder und Jugendliche gibt es spezielle Angebote am Wasser.
Spannung pur vor dem offiziellen Startschuss
In den kommenden Tagen folgen Schlag auf Schlag weitere Premieren. Der Regisseur Matthias Andersson sucht im Volkstheater nach den modernen Mythen der Stadt. Das Wiener Kollektiv Nesterval lädt das Publikum zu einem besonderen Erlebnis rund um die Nibelungen-Sagen am Augartenspitz und im brut nordwest ein. Zudem wird die bekannte Aktivistin Inna Shevchenko eine kämpferische Rede über den Glauben halten.
Patti Smith übernimmt den Heldenplatz
Die ganz große Feier findet am 22. Mai statt. Weil der Rathausplatz aktuell von den Fans des Song Contests genutzt wird, ziehen die Festwochen auf den Heldenplatz um. Als Stargast wird die Rock-Legende Patti Smith erwartet. Sie tritt gemeinsam mit dem Schmusechor und der Band Gods Republik auf. Wer keinen Platz vor der Bühne ergattert, kann die Show zeitversetzt im Fernsehen auf ORF2 miterleben.
Suche nach neuen Göttern und alten Mythen
Das Festival steht heuer ganz im Zeichen der „Republic of Gods“. Milo Rau möchte in seinem dritten Jahr als Intendant die Sehnsucht nach dem Göttlichen und die Kritik an der Religion thematisieren. Bis zum 21. Juni stehen insgesamt 35 Produktionen auf dem Spielplan. Ein besonderes Highlight verspricht die Performance von Florentina Holzinger zu werden. Die bekannte Choreografin verbindet ihre Arbeit in Wien mit einer Aktion in Prinzendorf.
Diskussionen und Abschiede
Auch ernste Themen kommen nicht zu kurz. Im Odeon diskutieren Fachleute beim sogenannten Glaubenstribunal über die Macht der Religion im modernen Kapitalismus. In der Halle E des MuseumsQuartiers wird eine radikale Neuinterpretation von Wagners Parsifal gezeigt. Ein wehmütiger Moment erwartet die Besucher im Burgtheater mit der letzten Inszenierung des verstorbenen Magiers Robert Wilson. Abgerundet wird das Jubiläum durch eine große Ausstellung über Christoph Schlingensief und eine Schau historischer Plakate im MAK.