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Giftige Gase

Grazer Polizeidirektion wird mit Erdsonde untersucht

Die Ursache der erhöhten Gaskonzentration in der Grazer Polizeidirektion sind am Donnerstag mit Messungen mittels Georadarsonde fortgesetzt worden.

Das Auswertungsergebnis soll am Montag vorliegen, hieß es von Seiten der Katastrophenschutzabteilung des Landes und des Landespolizeikommandos. Giftstoffe könnten über eine Entfeuchtungsanlage in den Raum gelangt sein. Eine Quelle liegt möglicherweise auch im Schlossbergstollen verborgen.

Unterirdische Räume
Nachdem der Boden im betroffenen Zimmer der Grazer Polizeidirektion abgetragen worden war, untersuchte das Joanneum Research am Donnerstag mit einem Bodenradar die unterirdischen Räume des Gebäudes in der Paulustorgasse, um der Quelle für die erhöhten Chlor- und Phosgenwerte auf den Grund zu gehen. Die Auswertung erfolge über das Wochenende, am Montag sollten die Ergebnisse für die weiteren Untersuchungen vorliegen, erklärte Wolfgang Hübel von der Abteilung Katastrophenschutz und Feuerwehr. Auch Spezialisten der in Graz stationierten ABC-Abwehrkompanie des Bundesheeres stehen mit Spezialgeräten im Einsatz, zur Unterstützung wurde ein Logistikzelt im Hof der Polizeidirektion aufgebaut.

Entfeuchtungsanlage
Im Zuge der Untersuchungen wurde am Mittwoch eine eingemauerte Entfeuchtungsanlage gefunden. Über diese könnten Giftstoffe aus dem Boden unter dem Raum mit der Feuchtigkeit hochgezogen und dadurch die Konzentrationen verstärkt worden sein, so Hübel. Es könnte aber auch "etwas vom Schlossberg herangeschwemmt worden sein". Aus diesem Grund wurde mit der Untersuchung eines nahen Schlossbergstollens begonnen. Dazu wurden zugemauerte Stollen aufgebrochen, um Messungen durchführen zu können, was auf Grund der vielen Verbindungswege nicht einfach sei, so Hübel. Der Grazer Schlossberg diente im Zweiten Weltkrieg mit seinem kilometerlangen Gangsystem als Luftschutzstollen für bis zu 40.000 Menschen.

Kommission
Die zum Schutz der Bediensteten und der Bevölkerung verfügten Maßnahmen bleiben weiterhin aufrecht, teilte das Landespolizeikommando in einer Aussendung mit. Nach dem Vorliegen des Ergebnisses der Bodenradarmessung am Montag wird die Kommission aus Polizei, Bundesheer, Katastrophenschutz und Feuerwehr, Innenministerium und anderen Spezialisten neuerlich zusammentreten und über die nächsten Schritte beraten.



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