Affären

Angeblicher Schul-Eklat bei FPÖ-Politiker: Behörde legt Akte offen

Der Politiker-Sohn als angeblicher Ausbildungsverweigerer ging durch die Medien. Jetzt legt die Behörde offen, wie es im Fall des Sohnes von FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker zu einer Verwaltungspanne kam. 

Es klingt wie ein Schildbürgerstreich: Da geht der 17-jährige Sohn von FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker mit gutem Erfolg in eine HTL in St. Pölten - trotzdem soll die Familie wegen fehlender Ausbildung bis zu 1.000 Euro Geldstrafe zahlen. Den Hafeneckers flatterten entsprechende Strafandrohungen ins Haus. Gilt doch in Österreich eine Ausbildungspflicht bis 18.

Zahlenfehler einer Schule war Schuld

Die zuständige Behörde hat die Sache jetzt untersucht - oe24 wurde auf Anfrage die gesamte Akte vorgelegt. Eines gleich vorweg: Den Fehler hat eigentlich eine oö. Schule gemacht, die einen Jugendlichen mit falscher Sozialversicherungsnummer (und dazugehörigem falschen Geburtsdatum) gemeldet hat. Wie der Teufel so spielt, wurden die falschen Daten einem richtigen Schüler zugeordnet - nämlich dem Sohn Hafeneckers.

Und dann begann das Werkel zu laufen: "Trotz wiederholter Bemühungen seitens Sozialministerium und Statistik Austria um Übermittlung mittels bereichsspezifischen Personenkennzeichens melden Schulen ihre Ein- und Austritte nach wie vor häufig via Sozialversicherungsnummer", schreibt die Behörde. Und: "Aufgrund der Übermittlung der Daten mittels Sozialversicherungsnummer hat die Statistik Austria keine Möglichkeit, eine potentielle Fehlmeldung als solche zu erkennen und ist auf die zuverlässige Meldung der Schule angewiesen."

Ministerium schrieb drei Briefe

Nun, die Folge war, dass das Verfahren am 19. Jänner 2026 bei der KOST NÖ (Koordinationsstelle u. a. von Sozial- und Bildungsministerium) zu laufen begann - mit einem Brief an den Jugendlichen und die Eltern. Da keine Antwort kam, folgte am 4. Februar 2026 "die vorgesehenen Jugendcoaching-Briefe mit einem Terminangebot für eine Telefonberatung an die jugendliche Person und an die Eltern". Nachdem auch daraufhin keinerlei Reaktion erfolgte, wurden weitere Schreiben an Hafeneckers Sohn und an die Eltern mit einem neuen telefonischen Beratungstermin versendet. Aber: "Die Familie kam beiden Einladungen nicht nach."

Erst als das dritte Schreiben - eingeschrieben - bei den Hafeneckers einlangte, meldeten sich die Eltern: "Am 16.03.2026 meldeten sich die Eltern per E-Mail und teilten mit, dass die jugendliche Person aktuell die 3. Klasse einer HTL besucht. Die KOST bedankte sich für die Information und informierte darüber, dass vermutlich ein Fehler im Meldesystem vorliegt", so die Behörde.

"Da muss es doch Piep machen"

In einem Youtube-Video gab Hafenecker offen zu, dass er mehrere Briefe "vom Vater Staat" in der Causa erhalten habe. "Ich habe das für einen schlechten Scherz gehalten. Ich würde das sogar als Stalking durch den Staat bezeichnen", so der FPÖ-Politiker.

Warum er sich nicht gemeldet habe? Der FPÖ-Politiker wies darauf hin, dass sein Sohn ja in eine Bundesschule geht und auch die Schülerfreifahrt hat - die KOST NÖ hätte also selbst draufkommen können, dass da ein Fehler vorliegt. "Da muss es doch Piep machen im System."

Fazit Hafeneckers: "Da sieht man, wie schlimm unser Staat schon beieinander ist." Was Hafenecker noch schlimm fand? "Dass der Brief neben Deutsch auch in Sprachen von irgendwelchen Migranten verschickt wurde."

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