Ministerium kündigt Maßnahmen gegen Infektion an

Affenpocken: Drei Wochen Quarantäne?

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Contact Tracing und Isolation: Am Dienstag will das Ministerium neue Pläne präsentieren.

Wien. Beunruhigend: Gerade sinken die Corona-Infektionen unter 2.000 pro Tag, da sind wir um eine neue Infektionskrankheit besorgt: Ein erster Fall von Affenpocken ist seit Sonntag auch in Österreich bekannt. Die Symptome: hohes Fieber, Rücken- und Halsschmerzen, Lymphknoten-Schwellung.
Die Fälle breiten sich rasant aus. In Deutschland gibt es bereits vier Infizierte. Auch unsere Nachbarländer Schweiz und Italien melden Erkrankungen. Insgesamt sind es mehr als 100 bekannte Fälle in 12 Ländern innerhalb von zwei Wochen.

Strategie. Im Gesundheitsministerium von Johannes Rauch (Grüne) wird noch an einer Strategie gefeilt. Ministeriums-Mitarbeiter beraten mit internationalen Experten, etwa von der Weltgesundheits-Organisation. Einschätzungen zu Contact Tracing, Quarantäne und eventuellen Impfstoffen werden eingeholt. Am Dienstag sollen die Maßnahmen vorgestellt werden.

England und Belgien: Hier sind es 3 Wochen Isolation

Kontakt. Andere Länder habe sich bereits festgelegt: In Großbritannien müssen enge Kontaktpersonen drei Wochen lang in Quarantäne. Betroffen: „Wer im selben Haushalt mit einer erkrankten Person lebe, mit einer solchen Geschlechtsverkehr gehabt oder deren Bettwäsche ohne Schutzkleidung gewechselt hat.“ Auch Belgien führte eine dreiwöchige Isolation ein. Diese gilt für Infizierte, nicht aber für Kontaktpersonen.

Maßnahmen. ÖSTERREICH fragte bei dem Experten Norbert Nowotny nach. Laut dem Virologen sind zwei Maßnahmen notwendig:

  • Isolation. Optimal wäre eine Quarantäne in der Länge von 3 Wochen. Bis dahin ist jede Weitergabe der Viren quasi ausgeschlossen.
  • Contact Tracing. Das wird die größere Herausforderung, da die Inkubationszeit bis zu drei Wochen dauert. Der Infizierte muss sich also 21 Tage zurückerinnern, mit wem er näheren Kontakt hatte, so der Experte.

Intensiv. In England wird bereits das erste Kind auf einer Intensivstation behandelt. Obwohl das Virus meist mild verläuft, kann es bei Kindern oder Menschen mit Immunschwächen zu schweren Folgen führen.

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