Ein Kommentar von Politik-Chefredakteurin Isabelle Daniel.
Dass Christian Kern am Ende wieder absagte, wundert weder den Wiener Bürgermeister, noch seine Unterstützer, noch die Autorin dieser Zeilen. Für Kern – der alleine in den vergangenen Monaten vier Mal bei Michael Ludwig ausgelotet hatte, ob dieser ihn als SPÖ-Chef unterstützen würde – war das die letzte Chance auf ein Polit-Comeback. Die Schadenfreude seiner Gegner und die Glückseligkeit von Andreas Babler, dass Kern – wie von Kennern stets erwartet – sich nicht in einer Kampfkandidatur stellen wollte, könnte verdammt trügerisch sein.
Die Kritiker von Ludwig machen zwar ihn alleine verantwortlich für Bablers Verbleib. Aber: Nach Kerns Aus bleiben in der roten Welt - inklusive Kern - nur noch Verlierer übrig. Egal welches Ergebnis der einstige Traiskirchner Bürgermeister erhalten wird, er hat den Rückhalt der Seinen nicht mehr. Auch nicht jenen von Wien. Dass die SPÖ sich – Babler spielte einst bei Demontagen anderer SPÖ-Chefs stets mit – weiter nur zerfleischt statt sich endlich gemeinsam auf einen Kurs und anschließenden passenden Personen einigt, erklärt gut, weshalb sich immer mehr Wähler von ihr abwenden. Und das wird am Ende nicht nur Babler treffen ...