AMS-Chef Kopf warnt Unternehmen:

''Wer bei Kurzarbeit trickst, dem droht Gefängnis''

Der AMS-Chef hat eine deutliche Nachricht an alle gesendet, die versuchen das Kurzarbeitsmodell auszunützen.

Rund 250.000 Österreicher und Österreicherinnen sind inzwischen in Kurzarbeit. Der ursprüngliche Fonds mit 400 Mio. Euro sei damit ausgeschöpft, sagte Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP). Aber die Aufstockung des Fonds auf 1 Mrd. Euro sei schon beschlossen, es gebe "stündlich weitere Bewilligungen". Bis Mittwochfrüh gab es 12.596 Kurzarbeitsanträge. Im ganzen vorigen Jahr waren es 25.

"Wir haben das Problem, dass wahnsinnig viele Anträge mangelhaft sind. Das ist aber gar kein persönlicher Vorwurf. Den Betrieben geht es schlecht. (...) Es gab auch bei den Sozialpartnern Amlaufprobleme", so AMS-Chef Johannes Kopf in der "ZiB2" am Mittwoch. Das Team, welches die Anträge beauftragt, wurde beriets von 20 auf 500 Mitarbeiter aufgestockt. "Es ist keine Förderung, die für Liquidität der Unternehmen sorgt, dafür ist die Kurzarbeit nicht gedacht", stellt der AMS-Chef klar und weist Unternehmen darauf hin, dass es hier andere Möglichkeiten gibt.

Für all jene Arbeitgeber, die das Kurzarbeitsmodell missbrauchen wollen, hat er eine klare Nachricht. "Das ist ein klarer Förderbetrug. Wer das macht, muss sich bewusst sein, begeht einen Betrug. Das geht's um einen Betrug, der mit Gefängnis bedroht ist, das sollte man wissen. Es gibt auch hier Kontrollmechanismen und es wird auch Stichproben geben", so Kopf in Richtung der Unternehmen.

Allzeithoch bei Arbeitslosigkeit

Die Corona-Krise hat auch zu einem beispiellosen Anstieg der Arbeitslosigkeit in Österreich geführt. Per Ende März waren rund 563.000 Personen ohne Job, ein Plus von knapp 53 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition schnellte um 4,7 Prozentpunkte auf 12,2 Prozent nach oben. AMS-Chef Johannes Kopf erwartet bis zum Ende des Shutdowns noch mehr Arbeitslose.

Der bisherige Rekord seit 1946 bei der März-Arbeitslosigkeit datiert aus dem Jahr 2016 mit rund 439.000 Betroffenen. Die temporären Betriebsschließungen zur Viruseindämmung seit 16. März haben den dreijährigen Aufwärtstrend am heimischen Arbeitsmarkt beendet. Seit dem Frühjahr 2017 sanken die Arbeitslosenzahlen, davor stiegen sie fünf Jahre. Ohne Virus wären die Konjunkturforscher für heuer nur von einem leichten Anstieg der Arbeitslosenzahlen ausgegangen.



 



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