Angezeigter Lehrling: Scharfe Kritik an Gudenus

"Fake-News-Politik"

Angezeigter Lehrling: Scharfe Kritik an Gudenus

Opposition zeigt sich "entrüstet", Gudenus selbst geht auf Tauchstation.

Die falschen FPÖ-Beschuldigungen gegen einen Asylwerber in Lehre sorgen für scharfe Kritik der Opposition. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Max Lercher warf dem freiheitlichen Klubobmann Johann Gudenus am Donnerstag via Aussendung "Fake-News-Politik" vor. Für Alma Zadic von der Liste Pilz ist das Vorgehen "menschlich widerlich und politisch verantwortungslos". Sie bot dem Betroffenen Rechtshilfe an. Gudenus selbst ging auf Tauchstation.
 

"Moralischer Tiefpunkt"

Lercher zeigte sich "entrüstet", nachdem bekannt geworden war, dass Gudenus dem Lehrling ungerechtfertigt Terrorismus-Sympathien vorgeworfen hatte. "Entweder war Gudenus' Facebook-Recherche tatsächlich so stümperhaft und er ist nicht nur am rechten, sondern auf beiden Augen blind. Oder Gudenus hat vorsätzlich gehandelt, um politisches Kleingeld zu wechseln. Dann reden wir von Verleumdung." Der SPÖ-Bundesgeschäftsführer forderte eine Entschuldigung der Freiheitlichen.
 
Für Zadic von der Liste Pilz hat Gudenus mit seinen falschen Vorwürfen "wieder einmal einen neuen moralischen Tiefpunkt" innerhalb der Partei erreicht. Der betroffene Lehrling sei von der FPÖ in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt worden und könne sich auch dagegen wehren. Als ehemalige Rechtsanwältin bot Zadic dem Betroffenen daher Unterstützung und ihre Expertise an, sollte dieser rechtliche Schritte erwägen. Auch Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) sieht die Liste Pilz in der Pflicht. Dieser müsse endlich "seinem Koalitionspartner FPÖ Einhalt gebieten und unsere Gesellschaft vor blauer Spaltung schützen".
 

Auf Tauchstation

Gudenus selbst ging am Donnerstag auf Tauchstation und wollte trotz mehrmaliger Anfragen nicht zur FPÖ-Blamage Stellung nehmen. Ein Pressesprecher von Gudenus verwies auf eine Aussendung von FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky, in der dieser den grünen oberösterreichischen Landesrat Rudolf Anschober für die Verwechslung verantwortlich machte.

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