Nehammer Mückstein

daniel

VP lässt "Mücke" ausrutschen

Die entscheidenden Player in der ÖVP sind drei Landeshauptleute.

Machtspiele. „Die alte Weltordnung ist wiederhergestellt“, witzelte unlängst ein ÖVP-Politiker. gemeint war nicht der Kalte Krieg zwischen den USA und Russland, sondern das Machtgefüge in der ÖVP. „Dort diktieren wieder die ÖVP-Landeshauptleute den Kurs“, sagt ein ÖVP-Mann. Am wichtigsten sei Niederösterreichs Johanna Mikl-Leitner, gefolgt von Ober­österreichs Thomas Stelzer. Zudem spiele – wegen der ­Tiroler Gemeinderatswahl derzeit auch Tirols Günther Platter eine Schlüsselrolle.

Die VP-Landeschefs hatten die völlige Öffnung Anfang März bereits seit Wochen gefordert und von Kanzler Karl Nehammer auch erhalten. Seine Berater fürchten schließlich ebenso wie die Länder weitere Verluste der ÖVP und sehen offenbar stark neben der FPÖ auf die Anti-Impfpartei MFG als Gefahr.

Nehammer im direkten Draht mit Mückstein

Umwerben. Deswegen wird freilich schon bald – hinter den Kulissen wird das von VP-Spitzenleuten kolportiert – die Sanktionierung der Impfpflicht ausgesetzt werden.

Mückstein wird von ­allen Plänen – egal ob ­totale Öffnungen oder Aussetzen der Impfpflicht – offenbar immer zuletzt, dafür „dann sehr nett und charmant von Karl ­Nehammer persönlich informiert“, spöttelt ein Regierungsmitglied. De ­facto lasse man ihn einfach „immer wieder ausrutschen“. Bei den Grünen war man stets auf Ex-VP-Kanzler Sebastian Kurz ­fokussiert, der diese Strategie mindestens so gekonnt draufhatte wie die VP-Landeschefs und das jetzige Kanzleramt. Dass Mückstein sich „immer mehr blamiert“ – so ein Grüner – fällt ihnen erst dieser Tage klarer auf.