Wende. Am Montag um 8 Uhr in der Früh, nachdem sie ihren engsten Mitarbeitern Bescheid gegeben hatte, rief Elisabeth Köstinger Kanzler Karl Nehammer an.
Und informierte ihn, dass sie rechtzeitig zum ÖVP-Parteitag gehen werde. Sie bestätigte am Montag auch offiziell, was Insider längst wussten: Als Sebastian Kurz alle Ämter aufgegeben hatte, wollte auch Elisabeth Köstinger – ähnlich wie Gernot Blümel – bereits gehen.
Ihr Rückzug reiht sich in eine Reihe von Abschieden von ehemaligen Weggefährten des Ex-VP-Kanzlers ein. Kommunikationschefin, stellvertretende Kabinettschefin und Generalsekretär hatten in den vergangenen Wochen alle hingeworfen.
„Alle, die echte Optionen in der Privatwirtschaft haben, gehen“, erklärt ein VP-Spitzenmann. Das habe einerseits damit zu tun, dass diese VP-Kreise tatsächlich mehr der „ÖVP neu unter Kurz“ verbunden waren. Andererseits liege das auch daran, dass „den früheren Sebastian-Leuten – bis auf Ausnahmen – zu viel Misstrauen aus dem Kanzleramt entgegenströmt“.
Nehammer wollte einen Neuanfang vor Parteitag
Signal. Nehammer selbst wollte offenbar einen „Neustart“ beim Parteitag signalisieren. Ihm sei es vor allem ein Anliegen gewesen, Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck abzulösen. Diese galt in der türkis-schwarzen Welt bereits seit Längerem als „Belastungsprobe“. Aber: Einige in der ÖVP berichten auch, dass Nehammer das Signal einer ÖVP ohne Kurz-Vertraute wollte.
Ob er den Rückzug so knapp vor dem Parteitag anstrebte, steht auf einem anderen Blatt.
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