Versorgung am Limit

Dunkelflaute sorgt für Strom-Engpässe in Österreich

Der Februar in Österreich war sehr düster. Gleichzeitig zeigte er aber auch, wie empfindlich die heimische Stromversorgung ist.

Der Winter 2025/26 gehört zu den düstersten seit Jahren. Im Durchschnitt herrschte zwischen Herbst und Februar jeden zweiten Tag eine sogenannte Düsterflaute. Dabei handelt es sich um den Fall, dass Windräder oft stillstanden, Photovoltaikanlagen lieferten kaum Strom und Flüsse hatten zu wenig Wasser für die Wasserkraftanlagen. Eine kritische Situation für ein Land, das vor allem auf erneuerbare Energie setzt.

Wie "5 Minuten" berichtet, waren die Folgen im Hintergrund klar zu spüren. Im Februar wurde in Österreich die ganze Zeit Strom aus dem Ausland importiert. Nur an zwei Tagen konnte Strom exportiert werden. Anfang Februar wurde an einem einzelnen Tag so viel Strom aus dem Ausland importiert, wie noch nie zuvor.

Reservekraftwerke halfen aus

Die Importe reichten alleine nicht aus. Es wurden immer wieder sogenannte Reservekraftwerke, meistens Gaskraftwerke, aktiviert. Sie sollten Engpässe im Netz verhindern. Sie lieferten kurzfristig Energie. Dabei verursachten die Reservekraftwerke Kosten in Höhe von mehreren Millionen Euro.

Laut "5 Minuten" wurde im Februar sogar mehr erneuerbare Energie erzeugt als im Vorjahr. Dafür sorgte vor allem die Wasserkraft. Dank der hohen Niederschläge konnte diese mehr produzieren. Ebenfalls verzeichnete die Windkraft ein Plus.

Importe wegen schwacher Infrastruktur erschwert

Aber gleichzeitig stieg im Februar der Stromverbrauch im ganzen Land an. Die erneuerbare Energie konnte nur rund 64 Prozent des Verbrauchs decken. Der Rest musste mit anderen Quellen und Importen gedeckt werden. Vor allem die Solarenergie litt unter dem bedeckten Monat. Die Solaranlagen konnten den Energieverbrauch der Haushalte nicht decken, die dann mehr Strom aus dem Netz nehmen mussten.

Neben der schwächeren Energieproduktion sorgte auch die Infrastruktur für Probleme. Die bestehenden Leitungen erschwerten den Import großer Energiemengen. Sie sind nämlich zum Teil nicht ausreichend dimensioniert. 

Aufgaben für die Zukunft

Viele Experten sehen die Vorfälle im Februar als ein Warnsignal für die Zukunft an. Das System wird dank des steigenden Anteils von erneuerbaren Energien immer flexibler, aber auch empfindlicher für Schwankungen. Dabei steigt der Energieverbrauch ebenfalls, etwa durch Elektroautos.

Derartige Situationen können deshalb in der Zukunft häufiger auftreten. Um dies zu vermeiden, müssen mehrere Maßnahmen getroffen werden. Eine davon wäre der Netzausbau. Zusätzlich müsste die Energiespeicherung eine wichtigere Rolle spielen. Damit könnte die überschüssige Energie aus der erneuerbaren Produktion gespeichert werden.

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